Velostationen in der Stadt Bern brauchen mehr Personal

Wenn Mitarbeiter der Velostationen in der Stadt Bern ausfallen, wird es personell eng. Deshalb kann es vorkommen, dass die eine oder andere Velostation schon mal geschlossen werden muss. Nun würden die Verantwortlichen gerne vermehrt Asylbewerber einsetzen, um Personalprobleme zu beheben.

Eine offene Türe zu einem dunklen Raum.

Bildlegende: Offene Türen? Keine Selbstverständlichkeit bei der Velostation Schanzenbrücke. Mireille Guggenbühler/SRF

Es ist nur ein kleines Plakat, in dessen Hinweis sich aber ein grösseres Problem versteckt: Die Velostation Schanzenbrücke beim Berner Bahnhof bleibt an diesem Nachmittag wegen Personalmangel geschlossen. Im Prinzip tönt dies nach einer guten Nachricht, denn: In den Velostationen der Stadt Bern arbeiten vor allem langzeitarbeitslose Männer. Es stellt sich deshalb die Frage, ob diese eine Stelle gefunden haben?

Dies ist mitnichten der Fall. Die zwei Männer sind wegen Krankheit ausgefallen. Für die Verantwortlichen des Kompetenzzentrums Arbeit in der Stadt Bern ist dies ein Problem, denn auf die Schnelle lässt sich meistens kein personeller Ersatz finden. Und zwar, weil für die Beschäftigung in den internen Betrieben der Stadt oft generell zu wenig Leute vorhanden sind.

Integration in den ersten Arbeitsmarkt

Die meisten Männer und Frauen, welche durch das Kompetenzzentrum Arbeit unterstützt werden, arbeiten nämlich in externen, privatwirtschaftlichen Betrieben. Dies, um die arbeitslosen Männer und Frauen möglichst optimal wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Dadurch steht für die internen Betriebe oft weniger Personal zur Verfügung. Und: Jene Männer und Frauen, die übrig bleiben und in den internen Betrieben arbeiten, sind psychisch und physisch oft auch weniger stark. Deshalb kommt es auch öfters zu Ausfällen.

Doch nicht nur für die Velostationen ist es schwierig, geeignetes Personal zu finden: Auch für die Veloausleihstationen von «Bern rollt» muss das Kompetenzzentrum Arbeit von April bis Oktober Personal einsetzen. «Dafür brauchen wir körperlich fitte Personen, die lange Arbeitszeiten aushalten», sagt Jürg Fassbind, Leiter des Kompetenzzentrums Arbeit. Die Auswahl von geeignetem Personal schränke sich dadurch ein.

Vermehrt Asylbewerber einsetzen

Um die Schwierigkeiten bei der Personalsuche etwas zu mildern, möchte Fassbind vermehrt Asylbewerber für die internen Betriebe einsetzen. Man arbeite deshalb mit dem städtischen Kompetenzzentrum Integration an entsprechenden Projekten.

So einfach dürfte der Einsatz von Asylbewerbern allerdings nicht werden: «Wenn es mit der Sprache hapert, ist der Einsatz von Asylbewerbern je nachdem gar nicht möglich», sagt Fassbind.

Am ehesten denkbar wäre für ihn ein Einsatz bei «Bern rollt». Denn dort stehen die Asylsuchenden nicht ausschliesslich im Kundenkontakt.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)

Kompetenzzentrum Arbeit

Im Kompetenzzentrum Arbeit (KA) werden ausbildungs- und arbeitslose Menschen bei der beruflichen und sozialen Integration unterstützt. Die Stellensuchenden werden durch die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren oder durch die Sozialdienste der Stadt und Region Bern zugewiesen. Das KA arbeitet eng mit Betrieben in der Privatwirtschaft zusammen.