Verbotene Liebe in Freiburg

Gabriella Loser Friedli liebte 20 Jahre lang heimlich einen katholischen Priester. Ein Versteckspiel mit viel Leid und Frust. Heute sind die beiden verheiratet. Im Buch «Oh Gott – Kreuzweg Zölibat» erzählt die 61jährige ihre Lebensgeschichte und die unzähliger anderer Frauen.

Portrait von Gabriella Loser Friedli

Bildlegende: Liebe und Zölibat - Gabriella Loser Friedli liebt einen katholischen Priester. SRF

Der Priester Richard Friedli war Professor an der theologischen Fakultät Freiburg und lebte als Dominikaner im Kloster als er die junge Gabriella Loser kennenlernte. Ihre Liebe öffentlich zu machen kam nicht in Frage. «Richard wäre ohne seinen Orden und seine Arbeit dagestanden», sagt Gabriella Loser Friedli in der Sonntagssendung des Regionaljournals Bern, Freiburg, Wallis.

Langes Versteckspiel

Sie trafen sich heimlich, machten Ferien im Ausland. 20 Jahre lang. «Ein Wechselbad von Wut, Aggression und Depression». Gabriella Loser wurde schwanger und trieb ab. Sie habe jahrelange Therapie gebraucht. «Und noch heute tut es weh». Sie wollte sich von Richard lösen, bekam ein Kind von einem andern Mann. Schlussendlich aber liebte sie den Priester.

Engagement für Betroffene

Die 61jährige ist heute Präsidentin des Vereins Zöfa, vom Zölibat betroffene Frauen. «Wir haben in der Schweiz Kontakt zu 550 betroffenen Frauen», sagt Gabriella Loser Friedli. Der Verein möchte die Zulassung von verheirateten Priestern in der katholischen Kirche. Von den Schweizer Bischöfen erhoffen sich die Frauen, dass sie den Priestern bei deren Laisierung helfen. So, dass diese weiterhin für die Kirche arbeiten dürfen.