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Bern Freiburg Wallis Verdingbub Moser und seine Jugend: Wie eine Suche im Heuhaufen

Immer mehr ehemalige Verdingkinder wollen ihre Vergangenheit kennen. Auch der 87-jährige Hans-Ulrich Moser will mehr wissen. Das Regionaljournal hat ihn ins Archiv begleitet.

Er sei daran, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, sagt Hans-Ulrich Moser, für seine Kinder und Enkel. Darum wolle er auch wissen, was die Behörden über seine Familie geschrieben hätten.

Moser ist in einer armen Familie aufgewachsen mit acht Geschwistern. Der Lohn des Vaters reichte nicht für die kinderreiche Familie. Mit zehn Jahren wurde er fremdplatziert.

«Hatten kaum genug zu essen»

Er habe es gut gehabt in der Pflegefamilie, sagt Moser. Dennoch wolle er wissen, was über ihn in den Akten stehe, was zum Beispiel der Vormund geschrieben habe, der erst zwei Jahre nach der Platzierung bei ihm vorbeigekommen sei.

Beim Blättern durch die Akten kommt vieles hoch. Die Familie gehe verschwenderisch mit dem Essen um, steht da zum Beispiel. «Dabei haben wir doch kaum genug zu essen gehabt», sagt Hans-Ulrich Moser, der heute 87 Jahre alt ist.

Die Suche in der Vergangenheit ist ein Bedürfnis

Die Akten hat Yvonne Pfäffli für ihn im Archiv zusammen gesucht. Dort gingen im letzten Jahr 130 Anfragen ein im Zusammenhang mit Fremdplatzierungen und fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, doppelt so viele wie 2013.

Am schwierigsten sei es, wenn sie den Gesuchstellenden sagen müsse, sie habe nichts gefunden. Und: «Die Leute brauchen oft Hilfe, um sich in den Akten zurechtzufinden.» Aber sie seien sehr dankbar, dies tun zu können.

(Regional-Diagonal, 6.2.2016 / Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Zwei Fakten, die man sich als (ebenfalls alter "Grufti") stellt: Warum wurden früher, trotz unglaublicher Armut, oftmals in armen Familien so viele Kinder in die Welt gestellt? Warum werden immer nur damalige Einzelfälle von ungerechten und problematischen "Verdingungen" hochgespielt und aufgewärmt? Menschen, wie oben Herr Moser es auch von sich beschreibt, waren die Mehrheit! Zudem sollte man sich mit 86 Jahren nicht mit Angelegenheiten beschäftigen, die nicht mehr aktuell sind!
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    1. Antwort von Kurt Lyner (Kurt)
      R. Bolliger: ihre Betrachtungsweise und Kommentar ist richtig, nicht nur nicht
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    2. Antwort von Kurt Lyner (Kurt)
      R. Bolliger: ich kann ihrem Kommentar nur beipflichten. Noch mehr: die grössten Ungerechtigkeiten mit den "Verdingkinder - Angelegenheiten" werden jetzt und heute gemacht. Viele tausende Kinder wurden zur damaligen Zeit wie Sklaven, auch von ihren Eltern gehalten. Kinderarbeit würde man heute sagen. Von dem redet niemand, es gibt auch keine finanzielle Entschädigung für Letztgenannte. Für sogen. "Sozialverantwortliche" und Linkspolitiker en genüssliches Tummelfeld = "Verdingkinder"
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