Verwirrliches um die Zukunft des alten Spitals in Saanen

Bis vor wenigen Tagen sah es danach aus, dass die einheimischen Ärzte und Gesundheitsdienste im alten Spital von Saanen ein Gesundheitszentrum einrichten. Aber nun ist die auswärtige Firma Localmed mit einem medizinischen Ambulatorium wieder im Rennen. Die Lage ist verzwickt und verwirrlich.

Blick auf Saanen und Gstaad.

Bildlegende: Blick auf Saanen und Gstaad. Was mit dem alten Spital nun passiert, ist allerdings unübersichtlich. zvg Gstaad Saanenland Tourismus

Die Hausärzte aus dem Saanenland mutmassen, dass die Gemeinde hinter ihrem Rücken wieder mit Localmed um den Betrieb eines Ambulatoriums verhandelt und sind frustriert. «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass wir wegen einer kleinen finanziellen Differenz wieder bei Feld Null beginnen und unser Projekt nach zweieinhalb Jahren Arbeit offenbar keine Unterstützung mehr hat», sagt der Gstaader Arzt Beat Michel.

Die Ärzte wollten mit diesem Zentrum samt Physiotherapie und Spitex auch eine Chance nutzen, junge Hausärzte ins Saanenland zu locken und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit dem Spital Zweisimmen zu stärken.

Denn auch im Saanenland gehen nächstens mehrere Ärzte in den Ruhestand. Ein Problem im ganzen Land. «Von der Versorgung her sind beide Modelle gut. Aber niemand weiss, ob sich in 10 Jahren wirklich junge Hausärzte hier niederlassen. Da hat Localmed immerhin einen grösseren, wenn auch auswärtigen Ärztepool», wägt Gemeindepräsident Aldo Kropf ab.

Das Projekt ist nicht gestorben

Offenbar sind Missverständnisse oder unterschiedliche Auffassungen vorhanden, was Kosten, Mietzinse, Flächen und Verpflichtungen betrifft. Und da sieht es Gemeindepräsident Aldo Kropf schon etwas anders: «Wir wollen eine gute medizinische Grundversorgung im Saanenland. Wir haben zusammen mit den Ärzten geplant. Aber es wird doch einigermassen teuer. Da müssen wir auch erwägen, es billiger zu machen.» Das Projekt sei aber nicht gestorben, sondern in Abklärung. Und von einem heimlichen Abschuss des Vorhabens will er schon gar nichts wissen.

Ob sich die Parteien einigen können, wird sich weisen. Beide haben ein Interesse an einer Lösung. Doch die Uhr tickt.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr