«Viele junge Asylsuchende sind traumatisiert»

Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) bieten neu Gruppentherapien für junge Asylsuchende an. So soll ihnen rascher geholfen werden.

Kinder spielen bei einem Bahngleis.

Bildlegende: Fluchterlebnisse müssen in der Schweiz therapiert werden: Flüchtlinge in Griechenland. Keystone

Unter den vielen Asylsuchenden befinden sich auch Kinder und Jugendliche, die ohne Erwachsene in die Schweiz kommen. Ein grosser Teil dieser Jugendlichen braucht psychologische Hilfe. «Sie schlafen schlecht oder können schlimme Erlebnisse nicht mehr verdrängen», sagt Psychologe Christian Wittwer.

Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern bieten im Raum Burgdorf deshalb neu ein Gruppenangebot für unbegleitete minderjährige Asylsuchende an. Bis jetzt wurde ihnen in Einzeltherapien geholfen.

Eine Gruppentherapie habe den Vorteil, dass mit verhältnismässig kleinem Aufwand eine grössere Patientengruppe erreicht werden könne, schreibt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) in einer Mitteilung. Zudem zeige die Erfahrung, dass aufgrund des «emotionalen Gruppenzusammenhalts» die Zahl von Therapieabbrüchen und verpassten Konsultationen reduziert werden könne.

Es handle sich nicht in um eine Sparmassnahme, sagt Christian Wittwer, Psychologe der Poliklinik Burgdorf. «Die Erfolgschancen einer Gruppentherapie sind besser.»

«  Eine Gruppentherapie hilft mehr. »

Christian Wittwer
Psychologe Poliklinik Burgdorf

Diese Gruppentherapie sei meist aber nur der erste Schritt. Oft seien längere Therapien nötig, so Wittwer. Einen grossen Teil der Kosten übernehmen die Krankenkassen.