Vielversprechendes Wolfsschutz-Konzept im Wallis gescheitert

Der Thurgauer Berufshirt Samuel Sutter verlässt die Gommer Alp Rappental. Sein Schutzkonzept hat funktioniert. Persönliche Differenzen führten schliesslich zur Trennung.

Die Schafherde auf der Alp.

Bildlegende: Der Schafhirt und seine Hunde wollen nicht länger auf der Alp Rappental bleiben. SRF

Der Thurgauer Berufshirt Samuel Sutter verlässt die Gommer Alp Rappental. Obwohl sein Schutzkonzept funktionierte. Samuel Sutter hat die Herde seit Ende Juni rund um die Uhr geschützt. Zweimal ist es ihm gelungen, bei Wolfsangriffen Schlimmeres zu verhindern. Er verlässt die Alp Rappental nun wegen persönlicher Differenzen mit den einheimischen Schäfern.

Kein Schutz mehr vor dem Wolf

Es steht Aussage gegen Aussage: Der Hirt sagt, er habe zu wenig Unterstützung erfahren. Die Schäfer stellen sich gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF auf den Standpunkt, Sutter habe sich nicht an die Abmachungen gehalten und zu hohe Ansprüche gestellt.

Ab Samstag soll ein anderer Hirt ins Rappental kommen. Seine Aufgabe ist es, die Schafe von der benachbarten Rinderalp fernzuhalten. Den Wolfsschutz könne er nicht gewährleisten, heisst es bei der Schafzuchtgenossenschaft. Offen ist, welche Konsequenzen dies nach sich ziehen wird, falls es zu erneuten Wolfsangriffen kommt. Bisher entschädigt der Kanton Wallis gemeinsam mit dem Bund jeden Züchter, der durch Wolfsangriffe Tiere verliert. Allerdings besteht die Möglichkeit, diese Entschädigung zu kürzen.

Bei der Walliser Dienststelle für Jagd und Wildtiere heisst es auf Anfrage, dies sei durchaus eine Option. Falls die Verantwortlichen zur Einsicht gelangen, dass die Schäfer den bestmöglichen Schutz ihrer Herde bewusst verhindert haben. Für die Schafzuchtgenossenschaft könnten im Falle von Wolfsrissen grosse finanzielle Einbussen entstehen.