Volkszorn über Asylzentrum Schafhausen: «Mir si keni Tuble»

Zwei Wochen vor der Eröffnung der umstrittenen Asylunterkunft Schafhausen im Emmental haben die Behörden das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht. Vertreter der Gemeinde, des Kantons und die Heimbetreiber versuchten am Dienstagabend die Bedenken der Einwohner zu zerstreuen.

Voller Saal am Infoanlass in Hasle bei Burgdorf.

Bildlegende: Viel Volk - viel Ärger über die Behörden des Kantons Bern. SRF

Im leerstehenden Schulhaus von Schafhausen sollen 150 Asylsuchende untergebracht werden. Zu diesem Zweck hat der Kanton Bern das Gebäude von der Standortgemeinde Hasle bei Burgdorf gemietet, wie Anfang Oktober bekannt wurde. Der Weiler Schafhausen zählt nur etwa 300 Einwohner.

Die Bewohner fühlen sich von den Behörden verschaukelt, wie das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» am Info-Anlass in Hasle erfahren hat. Sie seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. «Wir wollen, dass man uns ernst nimmt und uns nicht wie 'Duble' behandelt», rief ein Bürger vor gut 300 Personen aus. Das Votum brachte die Stimmung in der Halle auf den Punkt.

«150 sind zu viel»

Fremdenfeindliche Voten, wie sie in den Sozialen Medien geäussert worden waren, gab es nicht. Man sei nicht grundsätzlich gegen die Aufnahme von Asylsuchenden, beteuerten mehrere Votanten - «aber 150 sind zu viel», sagte ein Bürger. Iris Rivas vom kantonalen Migrationsdienst sagte dazu, es habe im alten Schulhaus maximal Platz für 150 Asylsuchende. Sollte man erkennen, dass dies zu viele seien, werde man die Zahl anpassen.