Vom Klimawandel vor der Haustüre berührt und bewegt

Katharina Balmer konnte als Kind hautnah mitverfolgen, wie sich Grindelwald entwickelte, wie Matten überbaut, Hotelkomplexe hochgezogen und die Gletscher hoch über dem Dorf zurückgingen. Jahre später hat sie der Wandel noch immer nicht losgelassen. Sie schrieb ein Buch über den Gletscherschwund.

Katharina Balmer ist in Grindelwald aufgewachsen, jedoch wegen der Ausbildung nach Bern gezogen. Ihre Heimat, das Berner Oberland, hat sie jedoch nie losgelassen. Auf zahlreichen Wanderungen hat Balmer dokumentiert, wie die Gletscher im Berner Oberland zurückgingen, was blieb und wie sich die Landschaft veränderte.

Eindrückliche Erfahrungen

«Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel Masse unsere Gletscher in nur einem Jahr verlieren», sagt sie im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis». Für ihr Werk «Als Gletscher noch aus Eis waren» ging sie an genau die Stellen, an denen vor 100 bis 200 Jahren schon Künstler und Fotografen die Gletscher auf Leinwand, Papier oder Glasplatte verewigten.

Balmer musste jedoch feststellen: «Viele Aussichten sind heute verbaut oder die Gletscher so stark geschmolzen, dass das Gletscherniveau hundert oder mehr Meter tiefer liegt, als die historische Zeichnung oder die ursprüngliche Aufnahme entstand.»

Es ist ein Buch entstanden mit 23 interaktiven Folienbildern, um Einst und Jetzt interaktiv vergleichen zu können. Das Buch arbeitet auch die Entwicklung des Alpenraums auf und beleuchtet zum Beispiel die Geschichte von Lauterbrunnen, Mürren oder Grindelwald.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17.30 Uhr)