Von Heiligen, Machtmissbrauch und Hinrichtung

Das Geschichtsmuseum im Wallis zeigt eine neue Ausstellung: «Geheiligte Macht». Der Besucher lernt Heilige aus dem Mittelalter im Alpenraum kennen und auch, wie diese zu Machtzwecken missbraucht wurden.

Der Heilige Mauritius aus Holz.

Bildlegende: Sakrale Kunst im Walliser Museum: der Heilige Mauritius. zvg

Im Geschichtsmuseum im Wallis wird zurzeit eine eigenwillige Ausstellung gezeigt. Präsentiert werden Bilder und Skulpturen von Walliser Heiligen. Die Ausstellung «Geheiligte Macht, Skulpturen des Mittelalters im Alpenraum» ist Teil eines gesamteuropäischen Projektes, das den Heiligen im Alpenraum gewidmet ist.

Während die Heiligen im übrigen Alpenraum eher Blumen und Bücher in der Hand tragen oder als Märtyrer Pfeile in der Brust, sind die Walliser Heiligen mit Waffen ausgestattet, mit Schwertern und Speeren. Das habe damit zu tun, dass die Walliser Heiligen sehr viel mit Macht zu tun gehabt hätten, respektive für die Machterhaltung instrumentalisiert worden seien, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Sofie Providoli.

Der Heilige Mauritius stammt der Legende nach aus Ägypten. Er war der Anführer der Thebäischen Legion, die mutmasslich in Martigny hingerichtet wurde, weil sie sich zum christlichen Glauben bekannte. Nach dem Heiligen Mauritius ist die Gemeinde Saint-Maurice im Unterwallis benannt.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit den Geschichtsmuseen in Genf, Annecy (Frankreich), Susa und Aosta (Italien). Jedes dieser Museen stellt ein auf seine Region bezogenes Thema aus. Die Ausstellung im Wallis dauert vom 17. Mai bis 22. September 2013.

Weitere Informationen