Von Heitenried aus die weissen Flecken entdecken

Afrikanischer Busch statt Hörsaal: Der Freiburger Biologe Thierry Aebischer unternimmt Entdeckungsreisen in die afrikanische Wildnis – und kämpft dort für den Erhalt der Natur.

Porträt

Bildlegende: Thierry Aebischer mit einer Fotofalle im Garten seiner Eltern. SRF

Zweimal hat Thierry Aebischer aus Heitenried mit seinem Forschungskollegen das Chinko-Gebiet in der Zentralafrikanischen Republik besucht. Jeweils drei Monate durchstreiften sie zu Fuss das Gebiet, stellten Fotofallen auf und zählten die Tiere. Die Forschungsergebnisse überraschten die Wissenschaft.

Im Gebiet, doppelt so gross wie die Schweiz, leben mehr Tiere als erwartet. Die beiden Forscher entdeckten auch Tiere, die als verschollen galten oder sehr selten sind. Zum Beispiel der afrikanische Wildhund. «Es war ein grosser Glücksmoment, als wir den Wildhund entdeckten», sagte Thierry Aebischer im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Die Forschungsarbeit war nicht ungefährlich. Die beiden Forscher hatten mit Wilderern zu tun, litten unter der Hitze und durchwanderten von Moskitos verseuchte Gebiete fernab der Zivilisation. «Der Strassenverkehr in der Schweiz ist auch gefährlich», meint der 27jährige. «Man muss die Lage jeweils richtig einschätzen, dann kann nicht viel passieren.»

Ein Hund im Wald

Bildlegende: Ein Afrikanischer Wildhund tappt in eine Fotofalle. www.chinkoproject.com

Der Naturreichtum der Zentralafrikanischen Republik ist bedroht. Wilderer plündern die Naturschätze, Viehhirten treiben ihre Tiere in unversehrte Gebiete. Thierry Aebischer will das bereiste Gebiet schützen und ein Reservat einrichten. Als Biologe könne er viel dazu beitragen. Für seine Doktorarbeit an der Universität Freiburg untersucht er nun die erhobenen Daten – darunter 200'000 Fotos. «Man kann nur schützen, was man kennt.»