Vor 200 Jahren stiess das Wallis nicht ganz freiwillig zum Bund

Am Mittwoch feierten die Kantone Genf, Neuenburg und Wallis in Bern ihre Aufnahme in den Bund der Eidgenossen. Einer dieser Kantone hat diesen Schritt allerdings nicht ganz freiwillig gemacht: das Wallis.

Feier auf dem Bundesplatz

Bildlegende: Die Regierungspräsidenten von Genf, Neuenburg und Wallis verfolgen die Rede von Bundesrat Ueli Maurer. Keystone

Von dieser Unfreiwilligkeit war am Mittwoch auf dem Bundesplatz allerdings wenig zu spüren. Die anwesenden Walliser Politiker zeigten ihre Sympathie für die anderen Schweizer, die sogenannten «Üsserschwizer» bei einem guten Glas Wein und vielen Diskussionen.

Auf der anderen Seite der grossen Berge sei halt das Leben ein bisschen anders und das wiederum führe dazu, dass man mit den Mehrheitsentscheiden der übrigen Schweizer manchmal grosse Mühe habe. Aber das Zusammengehen wolle man doch nicht missen.

Vor 200 Jahren tönte das allerdings noch anders. Damals war das Wallis durch die Niederlage von Napoleon gerade frei geworden von Frankreich und wollte eine eigene Republik werden. Die Siegermächte wollten dies aber dem kleinen Alpenland mit den wichtigen Pässen nicht zugestehen und drängten die Walliser dazu, der Eidgenossenschaft beizutreten. Diesen Schritt machten die Walliser denn auch 1815, nicht zuletzt weil da Napoleon aus seiner Verbannung zurückkehrte und deshalb ein erneuter Anschluss an Frankreich drohte.