Vorläufig kein neues Pumpspeicherkraftwerk an der Grimsel

Die Kraftwerke Oberhasli KWO legen eines ihrer Ausbau-Vorhaben auf Eis. Das 660-Millionen-Projekt eines neuen, unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks ist gestoppt, weil sich die Kosten zurzeit nicht rechnen.

KWO-Turbinenraum an der Grimsel

Bildlegende: Vorläufig kein neues Pumpspeicherkraftwerk an der Grimsel - mit seinen KWO-Turbinenzentralen Keystone

Das unterirdische Pumpspeicherkraftwerk zwischen dem Oberaar- und dem Rätrichsboden-Stausee ist mit Kosten von 660 Millionen eines der grossen Ausbau-Projekte der KWO. Das Unternehmen ist seit Jahren daran, seine Anlagen und Zentralen für rund eine Milliarde Franken aufzurüsten und zu erneuern. Eine ganze Reihe andere Projekte sind seit Jahren auf Kurs und gehen weiter. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk hingegen landet vorläufig in der Schublade.

Pumpspeicherkraftwerke waren bisher ein gutes Geschäft. Eine solche Anlage erlaubt, mit billigem Nacht-Strom das Wasser aus einem tiefergelegenen in einen höheren Stausee zu pumpen - und dann nochmals durch die Turbinen zu jagen, wenn es rentiert. Zum Beispiel für die Spitzen-Energie über Mittag. Dazu lassen sich mit Pumpspeicher-Anlagen auch die Lieferschwankungen aus Solar- und Windkraftwerken ausgleichen.

Billiger Solarstrom verdirbt das Geschäft

Allerdings geht zurzeit die Rechnung nicht mehr auf, weil ganz Europa tagsüber mit billigstem Solar- und Windstrom überschwemmt wird. «Wer heute pumpt, legt drauf», lässt sich KWO-Verwaltungsratspräsident Peter Schmid zitieren. Deshalb sistiert der KWO-Verwaltungsrat das Projekt Grimsel3 vorerst, lässt die gültige Konzession aber weiterlaufen.

Grimsel-Staumauer-Erhöhung hat damit nichts zu tun

Nicht betroffen von diesem Entscheid ist ein weiteres KWO-Grossprojekt: die Erhöhung der Staumauer am Grimsel-Stausee. Für diese Erhöhung hat der bernische Grosse Rat die Konzession erteilt. Allerdings ist diese von den Umweltverbänden vor Verwaltungsgericht angefochten worden.