Walliser Wahlen Wählerinnen sollen den Frauensitz in der Regierung sichern

Für die erste Frau in der Walliser Regierung wird es eng. Esther Waeber-Kalbermatten hofft auf Frauensolidarität. Das könnte funktionieren.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch.

Bildlegende: Von links: Laura Kronig (SP), Edith Nanzer-Hutter (CVP), Irmina Imesch-Studer (CSP) und Nicole Zimmermann (SVP). SRF

«Ganz Frau, ganz Wallis»: Mit diesem Slogan wirbt die Walliser Sozialdemokratin für ihre Wiederwahl in den Staatsrat. Sie hofft auf die Unterstützung der Frauen.

Damit stösst sie auf offene Ohren: Walliserinnen aus allen Parteien unterstützen die erste Frau in der Kantonsregierung. Das gilt auch für die vier Politikerinnen, die Radio SRF zum Frauenstammtisch in Brig eingeladen hat. Allerdings ist Frauensolidarität nur einer der Gründe für ihre Entscheidung. «Ich wähle sie in erster Linie, weil sie eine Oberwalliserin ist», sagt die junge SVP-Politikerin Nicole Zimmermann.

«  Wenn die erste Staatsrätin abgewählt wird, ist das eine Katastrophe für uns Frauen. »

Laura Kronig
ehemalige Grossratssuppleantin, SP

Dass Frauen in der Walliser Politik untervertreten sind, stört die ehemalige CVP-Grossrätin und Gemeindepräsidentin Edith Nanzer-Hutter. Auch weil Esther Waeber eine wichtige Vorbildfunktion habe, dürfe sie nicht abgewählt werden. Irmina Imesch-Studer, bis vor kurzem noch CSP-Grossrätin, appelliert an die historische Verantwortung der Walliser Frauen.

«  Walliserinnen waren die Pionierinnen beim Frauenstimmrecht. Das dürfen wir nicht vergessen. »

Irmina Imesch-Studer
ehemalige Grossrätin, CSP

Alle vier Politikerinnen sind der Meinung, dass Frauensolidarität nicht von der Parteicouleur abhängt. Und sich auch nicht auf Esther Waebers Wahl beschränken sollte. Frauen müssten Frauen wählen, wenn sich an ihrer Untervertretung etwas ändern sollte, so der Konsens.

Esther Waeber kämpft um ihren Sitz in der Kantonsregierung. Sie landete beim ersten Wahlgang auf dem vierten Platz. Beim zweiten Wahlgang am 19. März wird ein äusserst enges Rennen erwartet. Für die fünf Sitze im Staatsrat kandidieren zwei Sozialdemokraten. Viele Beobachter erwarten, dass nur einer von ihnen die Wahl schaffen wird.