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Wahlen Kanton Bern Bürgerliche können im Parlament schalten und walten

SVP, FDP, BDP und EDU stellen im Berner Kantonsparlament die ungefährdete Mehrheit. Die Wahlziele sind unterschiedlich.

Der bürgerliche Block verfügt über 84 der 160 Sitze im Berner Kantonsparlament.

Legende:
Die Kräfteverhältnisse im Berner Kantonsparlament 160 Sitze zählt der Grosse Rat des Kantons Bern. Zehn Parteien teilen sich diese – im Vergleich mit anderen Kantonen eher viele. Staatskanzlei Kanton Bern

Mit knapp 30 Prozent Wähleranteilen ist die SVP mit Abstand die stärkste Partei im Kanton Bern. Im Parlament will sie einen Sitz zu ihren 49 dazugewinnen. Ein bescheidenes Wahlziel, das für die Partei in Reichweite liegt. Die SVP bringt im Grossrat ihre Anliegen durch – mit den anderen bürgerlichen Parteien hat sie eine komfortable Mehrheit.

Die SVP will nicht nur die Firmensteuern senken, sondern auch die Steuern für natürliche Personen. Gegenfinanziert werden soll dies durch weitere Sparpakete. Zudem setzt sich die SVP dafür ein, die Regionen zu stärken und die Zuwanderung zu steuern.

Die FDP, mit 17 Sitzen die drittstärkste Partei im Kantonsparlament, ist die ambitionierteste der bürgerlichen Parteien. Sie will fünf Sitze dazugewinnen. Dies in den Wahlkreisen Berner Jura, Biel-Seeland, Mittelland Nord, Stadt Bern und Thun. Im Seeland muss sie dazu der SP einen der drei für die französischsprachige Minderheit garantierten Sitze abjagen, was wohl schwierig wird in der linken Hochburg Biel. In den anderen Wahlkreisen ist die FDP auf Stimmen aus der Mitte angewiesen. Allerdings sind die Stimmen dort hart umkämpft.

Die FDP ist für tiefere Firmensteuern, für Investitionen in Bildung und Forschung und für weniger Bürokratie. Das hilft laut der Partei, Firmen in den Kanton Bern zu locken und stärkt so die Wirtschaft.

Die BDP belegt im Berner Kantonsparlament aktuell 13 Sitze. Eigentlich hätte sie einen mehr, wenn nicht kurz nach den Wahlen vor vier Jahren Peter Studer die Partei wegen Differenzen verlassen und als Parteiloser zur SVP-Fraktion gewechselt hätte. Die Wahlen 2014 führten zu einem regelrechten Absturz der BDP. Von den ursprünglich 25 Sitzen verlor die Partei damals 11.

Dieser grosse Verlust wird unter anderem auf die fehlenden Listenverbindungen zurückgeführt. Die BDP verzichtete 2014 bewusst auf dieses Mittel, um ihr Profil zu schärfen. Die Partei hat aus ihren Fehlern gelernt und ging für die Wahlen von Ende März wieder Listenverbindungen ein. Sie will so zwei Sitze dazugewinnen. Aber bei den Wahlen 2018 steht eher die Frage im Raum: Geht der Niedergang der BDP in ihrem Stammland, dem Kanton Bern, weiter?

Die EDU ist die vierte Partei im bürgerlichen Bündnis. Sie hat fünf Sitze im Berner Kantonsparlament und will diese bei den Wahlen verteidigen, wenn möglich sogar um einen Sitz ausbauen. Die Partei steht für christlich-konservative Werte, sie ist für eine abstinenzorientierte Drogenpolitik, gegen Abtreibung und gegen die Sterbehilfe.

Im Wahlkreis Stadt Bern geht die EDU auch mit der FDP und den Jungfreisinnigen eine Listenverbindung ein. Dass die junge FDP gegensätzliche Werte vertritt – gerade in der Drogenpolitik – zeigt, dass die EDU ein grosses Ziel hat: Die bürgerliche Mehrheit im Kantonsparlament und in der Regierung zu wahren, um auch mit wenig Sitzen weiter zur stärksten Kraft zu gehören.

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