Waldbesitzer wissen über ihren Wald besser Bescheid

Nach rund 20-jähriger Arbeit verfügt der Kanton Bern über ein Waldnaturinventar. Darin sind aus Sicht der Biodiversität wertvolle, naturnahe Waldbestände festgehalten. Ein Grossteil davon befindet sich an abgelegenen Standorten in den Alpen und Voralpen.

Eine gelb gefaerbte Baum Allee im Herbst hinter einem Feld bei Matzenried in Bern, am Samstag, 7. November 2015.

Bildlegende: Eine gelb gefärbte Baumallee im Herbst hinter einem Feld bei Matzenried in Bern, am Samstag, 7. November 2015. Keystone

Der Berner Wald wird heute durch Fichten, Tannen und Buchen dominiert. Der gesamte Holzvorrat besteht zu über 90 Prozent aus diesen drei Baumarten, wie aus dem Bericht zum Inventar hervorgeht. Insgesamt kommen im Berner Wald mehr als 30 Baumarten natürlich vor. Nadelgehölze machen rund drei Viertel aus, in den Voralpen liegt dieser Wert sogar noch höher.

Selten sind Edellaubmischwälder. Sie finden sich fast überall im Kanton Bern. Etwa entlang von Bächen oder Schuttflächen. Noch seltener sind Ahorn-Buchenwälder, die sich vor allem auf dem Höhenzug des Chasserals finden.

Ebenfalls selten sind die meist nassen Bruchwälder, die unter anderem im Westen von Thun, im Mittelland und in der Bielerseeregion zu finden sind.

17 Prozent der Waldfläche inventarisiert

Im Inventar sind 2146 Wälder mit einer Fläche von 36'800 Hektaren aufgeführt. Das sind rund 17 Prozent der Waldfläche, wie die bernische Volkswirtschaftsdirektion am Montag mitteilte. 65 Prozent der untersuchten Wälder befinden sich in den Voralpen und Alpen, 23 Prozent im Mittelland und nur 12 Prozent im Jura.

Das Inventar richtet sich vornehmlich an Mitarbeitende kantonaler Fachstellen, Planungsbüros und an die interessierte Öffentlichkeit. Das Werk soll den Vollzug des Biotop- und Artenschutzes im Wald unterstützen und in die forstliche Planung einfliessen. Bindend ist es aber weder für Private noch für Behörden.