Wallis will junge Sozialhilfeempfänger in Gastronomie ausbilden

Nach den Kantonen Zürich und Luzern bietet nun auch der Kanton Wallis einen einjährigen Ausbildungsgang im Bereich Hotellerie-Gastronomie an. Das Angebot richtet sich in erster Linie an junge Erwachsene, die keine Berufsausbildung haben und Sozialhilfe beziehen.

Ein Mann bereitet einen Kaffee vor

Bildlegende: Der Ausbildungsgang richtet sich auch an junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. Keystone

Das Fehlen einer anerkannten Berufsbildung sei das hauptsächliche Hindernis bei der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, schreibt der Kanton Wallis in einer Mitteilung. Und das erhöhe die Gefahr, dass junge Erwachsene Sozialhilfeleistungen in Anspruch nehmen müssen.

Die Sozial- sowie die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Wallis starten, in Zusammenarbeit mit der Bildungsinstitution Hotel & Gastro formation Schweiz, nun ein neues Ausbildungs- und Eingliederungsprogramm.

Dieses hat zum Ziel, genau diese jungen Erwachsenen, die keine Berufsausbildung haben und Sozialhilfe beziehen, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Programm zielt dabei auch auf junge Männer und Frauen mit Migrationshintergrund.

30 Ausbildungsplätze

Der Ausbildungsgang startet im November 2016 und bietet 30 Plätze – die Hälfte in Brig und die andere Hälfte in Martigny und Ravoire. Unterrichtsthemen sind Küche, Service und Unterhalt. Zudem absolvieren die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer verschiedene Praktika. Auf diese Weise werde ihnen die Möglichkeit gegeben, in die Welt der Walliser Hotels und Restaurants einzutauchen, schreibt der Kanton Wallis.

Der einjährige Studiengang kostet 27'000 Franken pro Person und wird vom Kanton Wallis übernommen.

Kurs auch in anderen Kantonen

Der Ausbildungsgang der Gastrobranche, auch Riesco-Studiengang genannt, läuft derzeit auch im Kanton Zürich. Im Kanton Luzern wurde er vorläufig sistiert. Dies, obwohl der durchschnittliche Integrationserfolg sehr hoch ist: In den zehn Jahren, seit es den Lehrgang gibt, fanden 80 bis 85 Prozent der Teilnehmenden eine Arbeits- oder Lehrstelle.