Walliser Bildungsdirektor unter Beschuss

Oskar Freysinger sucht wieder einen Dienstchef für die Walliser Schulen. Die Kritik an seiner Personalpolitik ist gross.

Der SVP-Staatsrat habe «nicht eben geglänzt» mit seiner Personalpolitik, sagt der CVPO-Fraktionschef Philipp Matthias Bregy. Aus allen politischen Parteien ausser seiner eigenen erntet Oskar Freysinger Kritik dafür, dass er nach nicht einmal vier Jahren schon den dritten Dienstchef für die Dienststelle für Unterrichtswesen einsetzen muss.

Die SP wirft Oskar Freysinger vor, dass er den umstrittenen Dienstchef Jean-Marie Cleusix nicht entlassen hat, nachdem seine Steuergeschichte publik wurde. Und der Walliser FDP-Präsident René Constantin hält fest: «Das Vertrauen in die Dienststelle ist weg.» Die GPK wird den Vorwürfen nachgehen. Ausserdem wurde beim Kanton eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Freysinger «verkauft» sich als Krisenmanager

Der kritisierte Walliser Staatsrat nimmt die Vorwürfe gelassen: «Die Politiker der anderen Parteien sind sowieso immer gegen mich». Er versucht sich nun als Krisenmanager zu profilieren. «Immerhin konnte ich das Problem innerhalb von wenigen Tagen im Sommer lösen.» Zuvor hatte Freysinger allerdings lange nichts unternommen.

Vor der Anstellung eines neuen Dienstchefs soll es ein ordentliches Verfahren geben, bei dem besonders auf die sozialen Kompetenzen der Bewerber geachtet wird.

Die «Cleusix-Affäre»

Jean-Marie Cleusix war 2013 zum Chef der Dienststelle für Unterrichtswesen ernannt worden. Daraufhin wurde publik, dass er über 60'000 Franken Steuerschulden hat. Juristisch konnte ihm allerdings keine Schuld nachgewiesen werden. Später sorgte eine lange Liste von Gerüchten für Turbulenzen. Im Juli 2016 trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück.