Walliser Kantonsgericht degradiert einen Richter

Der Bezirksrichter aus Martigny hat sich am Arbeitsplatz abschätzig gegen Frauen geäussert und mit dem Einsatz einer Waffe gedroht. Er darf als wissenschaftlicher Mitarbeiter weiterarbeiten. Die Waffe hat er unterdessen abgegeben.

Wegen abschätzigen Bemerkungen gegenüber Mitarbeiterinnen und bedrohlichen Bemerkungen im Zusammenhang mit einer Waffe hat das Walliser Kantonsgericht einen Bezirksrichter von Martigny degradiert.

Das heisst, das Gericht hat ihm das Amt als Bezirksrichter entzogen und setzt ihn zur Zeit als wissenschaftlichen Mitarbeiter und als Gerichtsschreiber am Kantonsgericht ein. Diese Massnahmen hat der Präsident des Kantonsgerichtes am Mittwoch an einer Medienkonferenz erläutert.

Sexuelle Belästigung und Drohungen

Bereits anfangs Jahr berichteten Westschweizer Medien von sexueller Belästigung am Bezirksgericht von Martigny. Das Kantonsgericht hat den Fall untersucht und festgestellt, dass an diesem Gericht ein schlechtes Arbeitsklima herrscht und dass ein Richter sich mehrmals gegenüber von Mitarbeiterinnen abschätzig geäussert habe. Der Richter wurde verwarnt, worauf dieser gegenüber einer Mitarbeiterin von einer Waffe sprach. Dies wiederum nahm die Mitarbeiterin als Bedrohung wahr und informierte das Kantonsgericht.

Die Bemerkung – so der Präsident des Kantonsgerichtes am Mittwoch vor den Medien – sei von dem Richter nicht als Drohung gegen Dritte gemeint gewesen, sondern eher gegen sich selbst. Trotzdem sei aber ein solches Verhalten mit dem Amt eines Richters nicht vereinbar. Der Mann könne als wissenschaftlicher Mitarbeiter zwar weiter am Kantonsgericht arbeiten, jedoch nicht mehr als Richter. Der Mann hat seine Waffe inzwischen abgegeben.