Walliser Parlament nimmt Verschärfung des Hooligan-Konkordats an

Der Walliser Grosse Rat hat einer Änderung des Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen zugestimmt. Obwohl sich alle Parteien gegen Hooliganismus aussprachen, stiessen nicht alle
Massnahmen auf Zustimmung.

Fans des FC Sion hinter einer Absperrung im Stadion Tourbillon.

Bildlegende: Fans des FC Sion hinter einer Absperrung im Stadion Tourbillon. Keystone

Die SP, die SVP und ein Teil der CVP äusserten in der Debatte vom Mittwoch gewisse Vorbehalte. Auch wenn Gewalt in Stadien inakzeptabel sei, müsse man nicht sämtliche Fans kriminalisieren, sagte ein Grossrat der SVP.

Für das linke Lager schränken die verschärften Massnahmen auf unverhältnismässige Weise die Freiheit der Fans ein. Die Unschuldsvermutung werde missachtet, der Kampf gegen die Gewalt müsse vor allem über die Prävention erfolgen.

Der Chef des Sicherheitsdepartements, Oskar Freysinger (SVP), sah in der Verschärfung mehr Vor- als Nachteile. Er räumte ein, dass ein Konkordat «alles oder nichts» bedeute, weil die Kantone einzelne Artikel nicht ändern dürften. Der Walliser Grosse Rat hiess die Verschärfung mit 80 gegen 26 Stimmen bei 9 Enthaltungen gut.

Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele

Zu den Verschärfungen des Hooligan-Konkordats gehören namentlich eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der höchsten Liga. Die Behörden können Auflagen für solche Spiele erlassen, und Auflagen und Kontrollen können auch für anreisende Besucher der Spiele angeordnet werden.

Das verschärfte Hooligan-Konkordat ist laut einer Auflistung der zuständigen Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) in zehn Kantonen bereits in Kraft, etwa in Zürich, St. Gallen und Tessin.

Auch Solothurn sagt Ja

Ebenfalls gutgeheissen hat das verschärfte Hooligankonkordat am Mittwoch das Solothurner Kantonsparlament. In Bern wird das Stimmvolk über die Verschärfungen befinden. In den beiden Basel sagten die Regierungen zwar Ja. Doch in Basel-Stadt zeichnet sich ein Nein im Parlament ab, und auch im Baselbiet herrscht Skepsis.