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Nach Freysingers Abwahl Walliser SVP muss sich neu erfinden

Oskar Freysinger schweigt weiterhin. In seiner Partei mischt sich nach dem Wahltag in die Ernüchterung auch Kritik an seiner Person.

Legende: Video «Abgewählter «Überflieger»» abspielen. Laufzeit 5:14 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.03.2017.

Bereits am Wahlsonntag äusserte sich der Präsident der Oberwalliser SVP, Franz Ruppen, kritisch zu Freysingers Auftritten vor Rechtspopulisten im Ausland und zu seiner Personalpolitik. Damit habe massgeblich zur Abwahl beigetragen.

Selbst SVP-Anhänger störten sich an Freysingers' Auftritten im Ausland.
Autor: Franz RuppenPräsident SVPO

Solche kritische Stimmen sind auch dem SVPO-Fraktionschef im Walliser Parlament, Michael Graber, zu Ohren gekommen. Oskar Freysinger schenkte warnenden Stimmen in den eigenen Reihen offenbar kein Gehör.

Majorz Statt Proporz: Freysingers Pyrrhussieg

Oskar Freysinger hatte vor einigen Jahren im Kantonsparlament einen Teil der SVP-Fraktion davon überzeugt, sich gegen eine Proporzwahl des Staatsrates auszusprechen – mit Erfolg. Nur ist für Graber klar: Oskar Freysinger wäre noch Staatsrat, wenn die Regierung im Proporzverfahren gewählt worden wäre.

Oskar Freysinger ist das Opfer des Majorzsystems, dem er selbst zum Durchbruch verholfen hat.
Autor: Michael GraberFraktionschef SVPO

Nun muss die SVP ihre Rolle in der Walliser Politik neu finden. Im Kantonsparlament will sie eine Oppositionsrolle einnehmen. In vier Jahren möchte sie wieder in die Regierung einziehen. Dann aber bestimmt nicht mehr mit Oskar Freysinger. Der wolle nun auch von seinem Amt als Vizepräsident der Schweizerischen SVP zurücktreten, sagt Michael Graber.

Er hat nun ein schöneres Leben. Das freut mich für ihn.
Autor: Michael GraberFraktionschef SVPO

Freysinger wolle sich nun zurückziehen und wieder mehr schreiben. Unter finanziellem Druck steht er dabei nicht. Denn er erhält vom Kanton Wallis bis an sein Lebensende eine Pension: 100'000 Franken jedes Jahr.

Franz Ruppen schaut besorgt in die Kamera, im Hintergrund Oskar Freysinger.
Legende: Franz Ruppen mit Oskar Freysinger 2015 in Sitten. Er wird wohl künftig noch mehr im Vordergrund stehen. Keystone

3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Etwas stösst einem Normalbürger nach einer Abwahl oder freiwilligem Rücktritt eines Regierungsrates nach ein paar Jahren immer wieder sehr sauer auf: Nach 4 (!) Jahren als Staatsrat gearbeitet, bekommt einer im Wallis bis zum Lebensende pro Jahr 100'000.- Fr. Pension bis ans Lebensende! Ein Berufsmann, der 45 Jahre (!) lang eine wichtige und verantwortungsvolle Arbeit geleistet hat, bekommt nicht mal die Hälfte pro Jahr! Hier müssten die Kantone und der Bund endlich gründlich "über die Bücher"!
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    1. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      Das sind ja ganz ungewohnte Worte von Ihnen Herr Bolliger, sie könnten genau so gut von einem SP Mitglied geschrieben worden sein. Zum Erstenmal bin ich mit Ihnen einverstanden.
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    2. Antwort von S Mauer (SandraM)
      "sie könnten genau so gut von einem SP Mitglied geschrieben worden sein. " Das glaube ich weniger. Da auch SP Mitglieder welche nicht mehr in der Executive sind bekommen diese Rente. Und sind sehr dafür. Sonst bitte um einen Nachweis, wann ein SPler dies jemals moniert hat.
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