Walliser Windenergiekonzept mit guten Noten

Das Wallis ging 2008 mit seinem Windenergiekonzept neue Wege. Der Kanton definierte nicht Zonen für Windenergieprojekte, sondern Kriterien. Diese müssen erfüllt werden für eine Bewilligung. Das System bekommt sogar vom WWF guten Noten - trotz Einsprachen.

Windrad in Collonges bei Martigny.

Bildlegende: Im Wallis sind in den letzten Jahren einige Windparks entstanden - wie hier in Collonges bei Martigny. Keystone

Rund 20 Kriterien hat der Kanton Wallis für die Bewilligung von Windenergieprojekten definiert. Diese müssen mehrheitlich erfüllt werden. Moritz Steiner, der Chef der Dienststelle für Energie, ist überzeugt vom System: «Wir wollten nicht stur Zonen ausscheiden, sondern gute Standorte suchen und fördern.»

Jetzt - 5 Jahre später - bewährt sich das Konzept. Es fand bereits mehrere Nachahmer und der Walliser WWF-Sekretär Kurt Eichenberger anerkennt es als taugliches Instrument: «Ich finde, es ist ein gutes Konzept. Allerdings hätten wir gerne auch noch zusätzlich einen Richtplan oder zumindest die Ausscheidung von Zonen, in welchen keine Windturbinen gebaut werden dürfen.»

Es gibt verschiedene Kriterien

Wichtige Kriterien in diesem Konzept sind zum Beispiel die Nähe von Siedlungen und von Strassen, aber auch die Lärmbelastung und Beeinträchtigung wild lebender Tiere. Der Kanton Wallis will ferner einen Wildwuchs von Anlagen verhindern und hat deshalb eine Mindestgrösse für Windparks festgelegt. Moritz Steiner: «Ein Windpark sollte mehrere Turbinen umfassen mit einer Gesamtproduktion von 10 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.»

Es gibt noch einzelne Kritik

Trotz Lob für das Konzept hat der WWF allerdings schon bei mehreren Bewilligungsverfahren Einsprache erhoben: «Die Kriterien sind gut, aber sie müssen auch korrekt durchgesetzt werden. Damit steht oder fällt dieses Konzept.» so Eichenberger.

Laut Konzept will das Wallis 2030 rund 500 Millionen Kilowattstunden Energie mit Wind produzieren. Heute stehen gerade mal drei Anlagen. Drei weitere sind in Planung.