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Bern Freiburg Wallis Walliser Wolf wird abgeschossen

Die Walliser Regierung hat den Wolf aus dem Goms zum Abschuss freigegeben. Nach 25 gerissenen Schafen binnen eines Monats seien die Abschussbedingungen erfüllt.

Legende: Video Walliser Regierung gibt Gommer Wolf zum Abschuss frei abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 29.08.2013.

Mit diesem Abschussentscheid greift die Walliser Regierung ein in die hitzige Diskussion um ein wolfsfreies Goms.

Allerdings sind für den Abschuss vorab die Kriterien der eidgenössischen Jagdgesetzgebung und des Wolfskonzepts verbindlich – und diese Kriterien seien erfüllt, so der Staat Wallis.

Die Abschussverfügung von Staatsrat Jacques Melly wird am Freitag im Walliser Amtsblatt publiziert und gilt für 60 Tage. Ein Abschuss ist auch möglich in Regionen des Goms, wo ein Herdenschutz nicht möglich war.

Den «richtigen Wolf» treffen ist nicht einfach

Ob aber tatsächlich der für die Angriffe verantwortliche Wolf geschossen wird, ist nicht sicher. Im Goms sind mehrere Wölfe unterwegs. Es könnte auch einen anderen treffen.

«Eine Garantie gibt es nicht», sagt der Walliser Jagdaufseher Peter Scheibler. Man sehe es einem Wolf nicht an, ob er die Schafe gerissen hat. «Um doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den richtigen zu erwischen, haben wir den Abschussperimeter auf die Gebiete beschränkt, in denen die Risse stattgefunden haben.»

Insgesamt sind im Wallis seit 1995 acht Wölfe zum Abschuss freigegeben worden, weil sie Nutztiere gerissen haben. Von diesen acht Wölfen wurden sechs innerhalb der Frist abgeschossen.

Kritik bei den Umweltverbänden

Bei den Natur- und Umweltschutzorganisationen kommt die Anordnung zum Abschuss gar nicht gut an. Stefan Inderbitzin, Sprecher von WWF Schweiz, kritisiert die Verfügung denn auch scharf: «Der Entscheid ist kurzfristig.» Eine langfristige Lösung erreiche man nie mit der Jagdflinte. Ausserdem: «Der nächste Wolf kommt bestimmt.» Deshalb plädiert Inderbitzin für einen besseren Herdenschutz.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    C,Balmer"Wir haben den Grossraubtieren den Lebensraum genommen" fast allen andern Tieren auch! Reptilien,Amphibien,Sommervögel,Wildbienen ua Insekten,Vögel usf,die meisten stehen auf der Roten Liste.Nun wird die vom Volk mit gr.Mehrheit angenommene Weberinitiative verwässert+umgangen,u.es wird fröhlich weitergebaut,wie im Mittelland.Wir hätten es bei 5-6Mio belassen sollen.Das stete,auf Konsumentenzunahme bauende,kranke Wirtschaftswachstum muss gebremst werden.Deshalb JA zur Ecopopinitiative!
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    C.Balmer "Theoretisch ist alles möglich aber in der Praxis sieht alles ganz anders aus" Und weshalb halten Sie sich nicht an die Gegebenheiten, die praktisch umzusetzen sind? Sie lassen ja wohl auch nicht Ihre Rinder auf den Autobahnstreifen grasen, oder? Es sind in erster Linie Bauern, welche sich den Forderungen der Wirtschaft gebeugt, mit Ihrem Landverkauf unsern sämtlichen Wildtieren und nicht zuletzt uns und vorallem unsrer Jugend den Lebensraum genommen haben und dabei reich geworden sind!
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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Hoffentlich können die Wölfe das Walliser Amtsblatt auch lesen & wissen jetzt für die Zukunft welche Kriterien sie hätten erfüllen müssen, es aber nicht getan haben & deshalb jetzt erschossen werden. Liebe Walliser:" Übernehmt endlich Verantworung für eure Tiere, dann funktioniert's auch MIT dem Wolf!"
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