Walter Fust: «Ich kann nicht einfach hinsitzen und nichts tun»

Mit 65 wünschte sich der Berner und Ostschweizer Unternehmer, dass alles weitergeht wie bisher. Acht Jahre später stellt er mit Befriedigung fest, dass es genau so gekommen ist. Im Sonntagsgespräch spricht Walter Fust über neue Herausforderungen, seine Ruhelosigkeit und Warnsignale des Körpers.

Walter Fust beim Gespräch im Studio des Regionaljournals.

Bildlegende: Walter Fust beim Gespräch im Studio des Regionaljournals. SRF

Walter Fust ist im Toggenburg aufgewachsen und studierte an der ETH Maschineningenieur. Den Grundstein für seine erfolgreiche Unternehmerkarriere legte er in Bern: Am 1. November 1965 gründete er seinen Fust-Versandhandel für Haushaltapparate am Eigerplatz. Nicht ohne Stolz erzählt er, er habe bereits in den ersten Monaten hervorragende Umsätze erzielt, und fügt hinzu: «Die Zeiten waren damals aber auch sehr günstig.»

Noch rasanter aufwärts ging es, als er seinem Vater dessen Handelsfirma in der Ostschweiz abkaufen konnte. Und wichtig war die Marketingidee, die Firma «Dipl. Ing. Fust» zu nennen: «Das schuf Vertrauen in einem schwierigen Konkurrenzumfeld.»

Bei allem Erfolg kam auch Walter Fust nicht um Rückschläge herum, mit gut 50 musste er wegen eines Burnouts ein halbes Jahr kürzertreten. Und mit 60 einsehen, dass er zuviel auf seine Schultern geladen hatte, als er den Jelmoli-Konzern inklusive Fust allein leitete. Er stiess den Konzern ab. Aber zur Ruhe setzte er sich gleichwohl nicht: Heute gehören ihm der Starrag-Maschinenbaukonzern in der Ostschweiz, zahlreiche Immobilien - und neuerdings eine 44-Prozent-Beteiligung am Maschinenbauer Tornos im Berner Jura. Hier will er auch dem Kanton Bern beweisen, dass man trotz schwierigem Umfeld «etwas machen kann».