Wenn die Spitex im Hotel auftaucht

Starker Franken, Konkurrenz im Ausland: Die Schweizer Hotelbranche muss umdenken – und entdeckt pflegebedürftige Senioren als neues Gästesegment.

Wer im Alter auf Hilfe angewiesen ist, verzichtet häufig auf Ferien. Zu mühsam ist die Suche nach einem geeigneten Hotel, zu aufwändig die Organisation der Spitex. Da setzt die private Stiftung «Claire and George» an.

Sie vermittelt Hotelferien und organisiert auch gerade alles Drum und Dran – von der Spitex über die Spazierbegleitung bis zum Spitalbett im Hotelzimmer. Für die Spitex bezahlen die Gäste nicht extra.

Seit drei Jahren gibt es das Angebot. Schweizweit arbeiten unterdessen 46 Hotels mit der Stiftung zusammen, darunter auch das Hotel Beatus in Merligen. Noch hielten sich die Buchungen über die Claire and George-Plattform in Grenzen, räumt Hoteldirektor Peter Mennig ein.

«  Das ist ein Wachstumsmarkt. »

Peter Mennig
Hotel Beatus in Merligen

Doch er ist überzeugt: «Das ist ein Wachstumsmarkt.» Viele ältere Leute würden nach wie vor gerne reisen, auch wenn sie auf Pflege angewiesen seien.

Es erstaunt nicht, dass Hotels auf dieses Gästesegment setzen. Der durchschnittliche Hotel-Aufenthalt liegt im Hotel Beatus bei drei Tagen. Claire and George-Gäste blieben deutlich länger, sagt Peter Mennig.

Und sie würden auch sonst mehr Geld im Hotel ausgeben, weil sie zum Beispiel Halbpension buchten. So wie das Ehepaar Spinnler aus dem Baselbiet. Zehn Tage haben Spinnlers gebucht. Sie sind froh, dass es diese Möglichkeit mit der Hotelspitex gibt.

(Echo der Zeit, 18:00 Uhr)