«Wenn jemand nichts zu verlieren hat, kann er gefährlich werden»

Anna Sonnen arbeitet für die Fachstelle Drohung und Gewalt der Berner Kantonspolizei. Sie kommt zum Einsatz, wenn Mitarbeiter von öffentlichen Ämtern belästigt oder bedroht werden. Vom Typ her hätte auch der Fall Kneubühl auf ihrem Schreibtisch landen können.

Peter Hans Kneubühl hat die Behörden jahrelang mit Briefen eingedeckt. Darin wurden Mitarbeiter der Ämter auch bedroht. Der Bieler Rentner, der sich mit Gewalt gegen die Zwangsräumung seines Hauses gewehrt hat und sich dafür nun vor Gericht verantworten muss, hat zudem jegliche Kooperation mit den Behörden abgelehnt.

Eine solche Ausgangslage hätte ein Fall für die Fachstelle Drohung und Gewalt der Berner Kantonspolizei werden können. Bedrohungen per Post habe es auch schon gegeben, sagt Anna Sonnen, Mitarbeiterin der Fachstelle.

Bei Meldungen von Belästigungen oder Bedrohungen sei oft ein klärendes Gespräch die Lösung des Problems. Werde ein Bürger wiederholt ausfällig, müsse man ihm die Konsequenzen seines Handelns aufzeigen und ihn nötigenfalls anzeigen. Grundsätzlich nehme sie jeden Ärger der Bürger ernst - einen Grund dafür gebe es immer.

Es gebe auch Hinweise, ob eine Person für die Behörde tatsächlich gefährlich werden könnte. Sei noch eine Perspektive für die Zukunft oder die Möglichkeit für eine Änderung im Leben vorhanden, sei dies vertrauenserweckend. Gefährlich werde es, wenn der renitente Bürger nichts mehr zu verlieren habe.