Wie gefragt sind muslimische Grabfelder? Das Beispiel Biel

Was Bern, Thun und Biel schon haben, sollen jetzt alle bernischen Gemeinden vorsehen: Ein abgetrenntes Grabfeld für Muslime. Ist das nicht möglich, könnten regionale Lösungen geprüft werden. Das empfiehlt der Kanton den Gemeinden. In Biel wird das Grabfeld aber selten genutzt.

400 Grabfelder sind auf dem Bieler Friedhof Madretsch für Muslime reserviert seit 2011. Zwei Reihen mit 25 Gräbern gibt es bis heute. «Muslime der ersten Generation lassen sich eher ins Herkunftsland zurückführen», sagt Tuncay Kaptan. Der 38-jährige Bieler Sozialarbeiter macht beim Runden Tisch der Religionen in Biel mit. Er selber kann sich vorstellen, dereinst in Biel bestattet zu werden. «Wenn ich Familie und Kinder habe.»

Verschiedene Gemeinden im Kanton Bern kennen bereits muslimische Gräberfelder auf ihren Friedhöfen – etwa Thun und Bern. Nun hat die bernische Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion allen Gemeinden Empfehlungen für islamkonforme Bestattungen abgegeben, wie sie mitteilte.

Zum Beispiel soll die verstorbene Person im Grab mit dem Gesicht in Richtung Mekka gerichtet liegen. Zudem sei auf christliche Symbole wie Kreuze zu verzichten.

Generell sollen die Gemeinden bei muslimischen Todesfällen das Gespräch mit der Trauerfamilie oder dem Bestattungsinstitut suchen, «um gemeinsam gute Lösungen zu finden», schreibt die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion.

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