Wie viel darf der Hochwasserschutz an der Rhone kosten?

Im Wallis streiten der Kanton und ein Referendumskomitee wegen eines Kredits für ein Milliardenprojekt. Es geht um viel Land und noch mehr Geld.

Die Rhoneebende bei Visp aus der Vogelperpektive.

Bildlegende: Bei Visp wurden bereits einzelne Hochwasserschutz-Massnahmen ergriffen. Viele Dämme stehen aber erst im Rohbau. Priska Dellberg/SRF

Die SVP und Landwirtschaftliche Kreise hatten das Referendum ergriffen gegen den Kredit für die sogenannte dritte Rhonekorrektion. Dabei geht es darum, zahlreiche Hochwasserverbauungen im Fluss anzubringen. Es handelt sich um Bauprojekte zwischen Brig und dem Genfersee. Verbaut werden gemäss Schätzungen des Kantons rund zwei Milliarden Franken.

Die Gegner sind der Meinung, es ginge auch billiger. Und ohne so viel Landverschleiss. «Das Projekt frisst so viel Land wie eine achtspurige Autobahn. Unmöglich in diesem engen Tal», findet SVP-Grossrat Patrick Hildbrand. Tatsächlich werden die vielen Dämme und Verbreiterungen des Flussbettes etwa 300 Hektaren Landwirtschaftsfläche vernichten, insbesondere im Mittelwallis. Dort, wo viele Obstkulturen stehen.

Vertiefung nicht immer das Richtige

Die Gegner wollen das Flussbett nur absenken. Das sei keine Option, sagen die Fachleute beim Kanton Wallis. Der Walliser Baudirektor Jaques Melly nervt sich, dass die Gegner sein Projekt als «Luxusvariante» bezeichnen. «Das stimmt nicht. Das ist das Minimum das wir machen müssen für die Sicherheit.»

Karte der Gefahrenzone.

Bildlegende: Gefahrenkarte des Wallis entlang des Flusses. zvg

Weit auseinander gehen die Meinungen auch bei den Folgen, die eine Ablehnung des Baukredits hätte. Der Staatsrat glaubt, dass man danach wohl entlang des Flusses nicht mehr bauen dürfte wegen Überflutungsgefahr. Für die Gegner ist das Angstmacherei. Die Walliserinnen und Walliser werden am 14. Juni über den Kredit entscheiden.