«Wir wollten einen Kontrapunkt zum Vereinstheater setzen»

Das Theater «Die Tonne» in Laupen feiert sein 50-Jahr-Jubiläum. Mitgründer Ernst Gosteli hat lebhafte Erinnerungen.

Eingang zum Kellertheater Die Tonne von aussen.

Bildlegende: Dass «Die Tonne» in Laupen dereinst ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern würde, hätten die jungen Gründer 1963 nicht gedacht. zvg, Marcel Reber

Ein Laupener Lehrer hatte seine Schüler Ernst Gosteli und Otto Zutter mit dem Theatervirus angesteckt. Ein paar Jahre später, 1963, haben die beiden beschlossen, ein eigenes Theater zu gründen.

Sie fanden im «Stedtli» Laupen einen Gewölbekeller mit Kartoffeln, Kohle und einem Harmonium. «Die Vermieterin war einverstanden, uns den Raum zur Verfügung zu stellen», erzählt Ernst Gosteli. So hat das Theater «Die Tonne» seinen Anfang genommen.

In Laupen gab es damals zwar Vereine, welche Theater spielten. «Aber wir wollten Literatur auf die Bühne bringen, ein Kontrastprogramm zum berndeutschen Vereinstheater». Politisch wollten sie nie sein, sagt Ernst Gosteli. Mit der aufkommenden 68er-Bewegung hätten sie sich - «etwas abgeschottet auf dem Land» - gar nicht auseinandergesetzt. Allerdings habe etwa das Stück «Die Gerechten» von Albert Camus schon ein bisschen zu reden gegeben.

Porträtbild Ernst Gosteli im Radiostudio Bern

Bildlegende: Ernst Gosteli ist in der Schulzeit vom Theatervirus befallen worden und er hat ihn immer noch. SRF

Das Attentat auf Kennedy

Und dieses Stück über ein Attentat fiel beinahe aus dem Programm: «Wir waren mitten in der Generalprobe, als die Meldung vom Attentat auf Kennedy bekannt wurde», erzählt Ernst Gosteli. Nach dem ersten Schock und einigem Überlegen hätten sie beschlossen, das Stück trotzdem zu spielen.

Ernst Gosteli hat Laupen verlassen, als er Verwaltungsdirektor am Stadttheater Bern wurde. Dort arbeitete er 25 Jahre lang. Seit 1996 leitet er das Theater an der Effingerstrasse in Bern (vormals Atelier Theater).