Wird der Wolf zum Imageproblem?

Im Tourismusbüro im Obergoms häufen sich Mails von Deutschschweizern, die empört sind über den Umgang der Walliser mit dem Wolf. Noch wirkt sich der Unmut praktisch nicht auf die Übernachtungszahlen aus.

Mathias Fleischmann, von Obergoms Tourismus, ist wegen dem Wolf ab und zu auch Mailangriffen ausgeliefert.

Bildlegende: Mathias Fleischmann, von Obergoms Tourismus, ist wegen dem Wolf ab und zu auch Mailangriffen ausgeliefert. SRF

Anfang September, unmittelbar nach dem Abschuss eines Wolfes, gingen bei Obergoms Tourismus täglich rund 20 Mails ein. Inzwischen sind es nur noch ein paar Zuschriften pro Tag.

Der Wolfsabschuss sei «schlechte Werbung» heisst es dort. Oder: «Ich werde das Wallis künftig meiden.» Bisher hat der Abschuss aber nur ganz vereinzelt zu Absagen geführt, heisst es bei vielen Hoteliers aus der Region. «Bei unseren Gästen ist der Wolf kein Thema», sagt etwa Margret Eggs aus Reckingen. Viele Mails, die beim Tourismusbüro eingegangen sind, lassen sich auf Mitglieder der «Gruppe Wolf Schweiz» zurückverfolgen. Das hat der Geschäftsführer von Obergoms Tourismus, Mathias Fleischmann, festgestellt. Die Tierschutzorganisation setzt sich für den Schutz des Raubtieres ein. Sie hat im Internet dazu aufgerufen, verschiedene Politiker und Organisationen im Kanton Wallis mit Protestmails einzudecken.

Bessere Kommunikation notwendig

Hoteliers im Goms fürchten aber, das sich die mediale Berichterstattung rund um den Wolf langfristig negativ auswirken könnte auf den Tourismus. «Wir sollten in der Kommunikation nach aussen besonnener agieren», sagt Gommer Hotelier Bernhard Schmid gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Der neue Chef der Organisation Wallis Promotion, Damian Constantin, teilt diese Einschätzung. Er will in den nächsten Monaten eine neue Kommunikationsstrategie ausarbeiten.

Der Gommer Präfekt Herbert Volken hingegen, der in den Medien mit Selbstjustiz der Walliser gedroht hatte, würde noch einmal gleich kommunizieren. Selbst wenn das die Stimmung weiter anheizen sollte. Schliesslich könne man ihm seine Meinung nicht verbieten, so Volken.