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Wohnen statt Arbeiten Verliert das Gewerbe in Bern an Boden?

Gewerbebetreiber beklagen, dass sie aus der Stadt Bern verdrängt werden. Der Stadtpräsident relativiert.

Im Westen der Stadt soll beim Weyermannshaus ein neues Wohnquartier entstehen – dort, wo heute viele Gewerbebetriebe angesiedelt sind. Peter Steck führt hier eine Karosseriewerkstatt. Er kann zwar voraussichtlich noch bis 2039 bleiben, trotzdem fragt er sich, ob er nicht demnächst weiterziehen soll. «Die Unsicherheit ist gross.» In der Stadt Bern sei es aber schwierig, einen neuen Standort zu finden.

Quartierstrasse
Legende: Diese Gewerbegebäude sollen Wohnblöcken weichen. Thomas Pressmann/SRF

Auch Heinz Dysli machte mit seinem Reise- und Transportunternehmen die Erfahrung, dass es schwierig ist, einen neuen Standort in Bern zu finden. «Wir suchen schon lange, weil wir weiter wachsen wollen.» In die Agglomeration Bern auszuweichen ist für ihn kein Thema. «Wir sind Bümplizer und möchten hier bleiben», sagt Dysli. Zudem gingen leere, unnötige Fahrten an die Peripherie rasch ins Geld.

Ist die Stadt Bern «gewerbefeindlich»?

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Ist die Stadt Bern «gewerbefeindlich»?

Stadtpräsident Alec von Graffenried kann diesen Vorwurf nicht nachvollziehen. «Wir sind interessiert am Gewerbe.» An solch gut erschlossenen Standorten wie im Weyermannshaus seien Wohnungen mit nur noch einzelnen Gewerbeflächen allerdings sinnvoller – und auch eine Forderung des Kantons. Zudem gebe es noch genügend Gebiete in der Stadt Bern, welche für lautes Gewerbe reserviert seien.

Den Auszug aus der Stadt Bern gewagt hat Kurt Sahli. Gezwungenermassen. Der Inhaber des Ängelibecks fand in der Stadt Bern keine geeignete Lokalität für seine neue Backstube. «Das war aussichtslos.» Deshalb hat er sich in Köniz niedergelassen. «Ein Glücksfall: Wir haben hier Platz und fühlen uns willkommen.» Er befürchtet nicht, weiter an die Peripherie verdrängt zu werden.

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