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Wundermittel im Rebbau? Blosses Wasser soll Unkraut vertilgen

Im Wallis wird eine Maschine getestet, die mit reinem Leitungswasser Unkraut zum Verschwinden bringen soll.

Eine Düse an einem Traktor.
Legende: Aus Düsen spritzt mit hohem Druck Wasser. Barbara Colpi/SRF

Sie heisst «Grass Killer» und soll genau das tun: Das Unkraut im Rebberg eliminieren. Allerdings basiert die Technologie auf einer neuen Idee: Statt mit chemischen Herbiziden wird das Unkraut mit Leitungswasser unter Hochdruck vertilgt. Die neue Behandlungsmethode aus Italien wird derzeit auf einem Gutsbetrieb des Kantons Wallis getestet. Der Versuch dauert drei Jahre.

Die Maschine – eine von bereits mehreren in der Schweiz – wurde von einem italienischen Konstrukteur aus der Provinz Verona entwickelt, wie die Walliser Staatskanzlei am Montag mitteilte.

Der Traktor mit dem Anhänger.
Legende: Die Wege zwischen den Reben müssen breit genug sein, damit die Maschine eingesetzt werden kann. Barbara Colpi/SRF

Die Maschine spritzt das Wasser mit einem Druck von 1200 bar vertikal auf den Boden. Durch den hohen Druck zerstören die Wasserstrahlen laut dem Walliser Weinbauamt nicht nur den oberirdischen Teil des Unkrautes, sondern auch den oberen Teil der Wurzeln bis in eine Tiefe von zwei bis vier Zentimetern. Der Wasserverbrauch sei mit rund 2,5 Dezilitern pro Laufmeter gering.

Ziel ist es, Möglichkeiten für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Rebberge zu finden. Auf dem Gutsbetrieb «Grand Brulé» des Kantons Wallis in Leytron wurden in den letzten Jahren verschiedene Mechanisierungsversuche durchgeführt, um auf Herbizide gänzlich verzichten zu können.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Remo Häuselmann (justanopinion)
    Weiss hier jemand im Forum, wie oft diese Maschine durchlaufen muss? Und wie die Rebwurzeln, die ja auch in der Nähe sind, vor dem Strahl geschützt werden können? Und: Wie kann ein Strahl, der nur zentimetertief reicht, bei den "Unkräutern" so viel Schaden ausrichten? Dass übrigens diese Maschine zur Verdichtung beiträgt, glaube ich weniger ( macht Löcher und das dient wohl eher der Belüftung). Allerdings werden wohl Regenwürmer, die dem Strahl in die Quere kommen, dran glauben müssen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Europas Erdreich ist verwüstet, versauert und ist vergiftet. Wir Europäer verlieren den Boden unter ihren Füssen. Es wird oft vergessen, dass der Boden unsere Lebensgrundlage ist für alles was wir anbauen. Er muss genauso geschützt werden wie die Luft und das Wasser. Versiegelte und vergiftete Böden können auch nicht mehr als Filter für das Grundwasser dienen. Gute Böden und hohe Wasserqualität gehören eben zusammen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die natürlichen Bodenfunktionen gehen durch Bodennutzungen weitgehend verloren. Die unsachgemässe Nutzung von industriellen Düngemitteln und Pestiziden führt zu Nährstoffverlust, Versalzung, Vergiftung und Versauerung. Ziel des Bodenschutzes ist in erster Linie der Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen. Biologische Vielfalt, kurz Biodiversität, bezeichnet die Vielfalt der Mikroorganismen, Pflanzen- und Tierarten, die genetische Vielfalt innerhalb jeder Art und die Vielfalt der Lebensräume.
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