Wurden im Wallis Könige begraben?

Bei der Abtei St. Maurice im Wallis haben Archäologen umfangreiche Funde gemacht. Das Kloster erscheint dadurch in einem neuen Licht. Das Gelände war im Frühmittelalter viel grösser als bisher angenommen - möglicherweise diente es sogar als Grabstätte für Könige.

Archäologen legten in St. Maurice im Wallis die Reste einer abgebrochenen Kirche frei, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte. Sie fanden unter anderem eine Reihe von 2,5 Meter langen Gräbern. Die grosse Zahl und die Ausmasse der Gräber lassen darauf schliessen, dass wichtige Persönlichkeiten darin begraben wurden. Es ist aus Sicht der Archäologen sogar möglich, dass der Ort als letzte Ruhestätte für burgundische Könige diente.

Die Kirche soll im sechsten Jahrhundert errichtet worden sein.

Rund dreissig Meter von der Kirche entfernt entdeckten die Forscher zudem die Reste eines imposanten Gebäudes mit grossem Saal. Historikern zufolge wurden in St. Maurice mehrere Beschlüsse von Bischöfen und sogar Päpsten unterzeichnet. Die Spezialisten gehen davon aus, dass die Urkunden in diesem Saal unterzeichnet wurden. Das Gebäude könnte der Palast des Abt-Bischofs oder des Abt-Königs gewesen sein.