Zusätzliche Millionen für junge Asylsuchende in Bern

Für die Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden ohne Eltern hat der Kanton Bern nun mehr Geld zur Verfügung. Der Grosse Rat sprach einen Zusatzkredit von je 3,3 Millionen Franken fürs laufende und fürs nächste Jahr.

Das Berner Rathaus.

Bildlegende: Klares Ja aus dem Kantonsparlament zum Zusatzkredit für die Unterbringung junger Asylsuchender. SRF

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden im Kanton Bern hat sich in letzter Zeit auf 140 verdoppelt. Knapp 100 sind in speziellen Zentren in Bärau und Belp untergebracht, der Rest in Pflegefamilien.

Der im letzten September gesprochene Kredit von 3,6 Millionen Franken reiche nur für gut 70 Kinder und Jugendliche, machte der Regierungsrat geltend. Er rechnet neu mit jährlichen Kosten von 6,9 Millionen Franken.

Gegen den Zusatzkredit wehrte sich die SVP. Die ältesten Minderjährigen könnten auch in ordentlichen Asylzentren leben, befand Sabina Geissbühler-Strupler. So sah es auch SVP-Grossrat Thomas Knutti. Die vielen 17- und 18-jährigen Burschen seien keine Kinder mehr, für sie brauche es keine «Luxuslösungen» in eigens für sie eingerichteten Heimen.

Kinderschutz gewährleisten

Mit dieser Haltung blieb die SVP aber allein auf weiter Flur. Ohne Zusatzkredit riskiere man, dass der Kinderschutz nicht mehr gewährleistet sei, mahnte etwa Christoph Ammann namens der SP. Die Grundsatzdiskussion über die Unterbringung von asylsuchenden Kindern habe der Rat bereits letztes Jahr geführt, ergänzte Philippe Müller für die FDP. Die Mehrkosten seien eine Tatsache, am Zusatzkredit führe kein Weg vorbei.

«Wir können keine Kriege stoppen und keine Flüchtlingsströme», sagte BDP-Sprecherin Anita Luginbühl. «Aber wir können 140 kriegstraumatisierten Kindern unseren Schutz bieten.» Dieser Meinung waren auch die Grünen, die Grünliberalen und die EVP.