Zwei Freunde - ein Ziel: dem AKW Mühleberg den Stecker ziehen

Die beiden Atomgegner Jürg Aerni und Jürg Joss setzen sich seit über 20 Jahren für die Stilllegung des AKW Mühleberg ein. Dass nun ein konkreter Abschalttermin bekannt ist, ändert nichts an ihrer Arbeit. Im Verlauf der Jahre wurden die beiden zu anerkannten Experten in der Anti-AKW-Bewegung.

Jürg Aerni und Jürg Joss.

Bildlegende: Voller Einsatz gegen Atomkraftwerke: Jürg Aerni (links) und Jürg Joss. SRF

Die Ankündigung der BKW, das Kernkraftwerk Mühleberg im Jahr 2019 vom Netz zu nehmen, hat Ende Oktober für grosses Aufsehen gesorgt. Zum ersten Mal hat ein Schweizer Stromkonzern einen konkreten Abschalttermin für ein Kernkraftwerk bekanntgegeben.

Bei den AKW-Gegnern hat dieser überraschende Schritt der BKW keine Freude ausgelöst. Im Gegenteil: Sie finden es eine Zumutung, dass der über 40-jährige Reaktor weitere sechs Jahre am Netz bleibt. Sie haben gehofft, dass das AKW Mühleberg spätestens 2017 die Auflagen der Atomaufsichtsbehörde ENSI nicht mehr erfüllt und aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden muss.

Gefragtes Expertenduo

Mit dem Widerstand gegen das AKW Mühleberg sind seit über 20 Jahren zwei Namen verknüpft: Jürg Aerni und Jürg Joss. Der 63-jährige Physiker aus Bern und der 50-jährige Automationstechniker aus Bätterkinden haben sich im Verlauf der Jahre ein immenses Wissen über Atomreaktoren angeeignet und nehmen jedes Gutachten der Beteiligten genauestens unter die Lupe. Sie hätten in dieser Zeit auch viel gelacht und seien Freunde geworden, sagt Jürg Joss. «Wir ergänzen uns ausgezeichnet», ist Jürg Aerni überzeugt.