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Zweiter Wahlgang Dreikampf ums Könizer Gemeindepräsidium

Links, Rechts oder Mitte? Das Trio im Könizer Wahlkampf mit Antworten auf drei Fragen.

Die drei im Porträt
Legende: Annemarie Berlinger (SP), Hans-Peter Kohler (FDP) und Thomas Brönnimann (GLP) kämpfen um das Könizer Gemeindepräsidium. zvg (Collage SRF)

Thema Steuererhöhung


Eine Steuererhöhung steht für Köniz im Raum. Wie würden Sie als Gemeindepräsident(-in) der Bevölkerung eine Steuererhöhung erklären?
Annemarie Berlinger (SP)
«Erklären ist tatsächlich das Wichtigste. Es gibt aus meiner Sicht gute Gründe für die Steuererhöhung und diese müssen auf den Tisch. Schulhäuser oder dringend nötige Strassensanierungen sollten wir nicht auf Pump finanzieren – wie in den letzten Jahren. Mit einer Steuererhöhung können wir einen Teil selber finanzieren, was zu weniger hohen Schulden führt. Hohe Schulden sind nicht im Interesse der Gemeinde, der Einwohnerinnen und Einwohner und der zukünftigen Generation. Wir haben eine grosse Verantwortung, dass wir uns nicht auf Kosten Dritter finanzieren.»
Hans-Peter Kohler (FDP)
«Ich bin der einzige neue Gemeinderat, der diese Steuererhöhung nicht will. Wenn es aber im Gemeinderat zu einem kollegialen Entscheid für eine Erhöhung kommt, muss man die Fakten auf den Tisch legen und die Dinge so gut wie möglich erklären. Etwa, dass es um Investitionen geht. Da ist die Gemeinde im Rückstand. Dass es mit mir wenigstens einen Gemeinderat gibt, der eine Steuererhöhung ablehnt, gibt ein wenig Gegenwind. Und das ist positiv.»
Thomas Brönnimann (GLP)
«Die Steuererhöhung steht nicht nur im Raum, sie steht vor der Türe. Der Gemeinderat hat in der Finanzstrategie ja belegt, dass es die Steuererhöhung braucht für Investitionen – in Schulraum, in Sportanlagen. Ich glaube, das können wir der Bevölkerung erklären. Vor allem, weil ja noch ein Sparprogramm läuft. Da hat die Bevölkerung gesehen, dass die ‹Zitrone› langsam ausgepresst ist. Wollten wir weiter sparen, müssten wir Zitronenbäume fällen. Ich pflanze aber lieber neue Bäume.»

Thema Verkehr


Durch das Zentrum von Köniz fahren täglich 16'000 Autos, die Busse nach Bern sind zeitweise übervoll, ein Tram wurde abgelehnt. In welche Richtung wollen Sie das Thema Verkehr lenken?
Annemarie Berlinger (SP)
«Für mich gilt: das richtige Verkehrsmittel am richtigen Ort. Beim Weg durch den stark befahrenen Raum Köniz-Liebefeld ist in Zukunft sicher das Velo ein wichtiges Verkehrsmittel. Das Auto gehört für mich an den Rand. Darum ist es wichtig, dass wir Platz machen für den ÖV und am Rand Parkplätze zur Verfügung stellen, so dass die Leute nicht mit dem Auto in die Stadt fahren müssen.»
Hans-Peter Kohler (FDP)
«Ich will sicher nicht mehr über das Tram sprechen. Und man muss auch sehen: Es ist nicht den ganzen Tag über zu viel Verkehr auf den Strassen. Ich bin der einzige Vertreter, der gefordert hat, die ‹Spange Süd› wieder zu thematisieren. Das wäre eine Art Umfahrungsstrasse. Aber das Problem ist nicht so schlimm. Am Abend kann man es mit zusätzlichen Busverbindungen lösen, etwa auch mit Doppelgelenkbussen.»
Thomas Brönnimann (GLP)
«Das Tram wurde mit einem Zweidrittelsmehr abgelehnt und die Gelder sind unterdessen beim Kanton verfallen. Da hilft es nicht, weiter zu träumen. Der Gemeinderat hat bereits Entscheide gefällt: Die Linie des 10er-Busses wird verdichtet, was schon viel hilft. Dann gibt es ein Konzept, um den Fuss- und Veloverkehr zu stärken. Und wir Grünliberalen fordern ein Pilotprojekt mit selbstfahrenden Bussen, so dass die Leute aus den Quartieren mit dem ÖV ins Könizer Zentrum kommen um einzukaufen. Denn grösstenteils ist der Verkehr hausgemacht: Einkaufsverkehr, Freizeitverkehr und nicht nur Pendlerverkehr.»

Vision für Köniz


Wie wollen Sie die Gemeinde Köniz prägen? Woran soll man in vier Jahren sehen, dass Sie Gemeindepräsident(-in) waren?
Annemarie Berlinger (SP)
«Mir ist wichtig, dass wir einander gut zuhören – über Parteigrenzen und Generationen hinweg. Wenn wir wissen, was die Anderen wollen, können wir gute Lösungen suchen. Wir können auch mutige Lösungen finden. Wenn wir stehen bleiben, dann fährt der Zug ab. Wir müssen vorwärts blicken, zusammenarbeiten. Wenn wir alle in dieselbe Richtung gehen, nämlich vorwärts, dann kommt es gut.»
Hans-Peter Kohler (FDP)«Köniz soll eine Gemeinde für Jung und Alt sein. Wenn ich für die Jungen sage, meine ich gute Schulen, auch für Leistungswillige und Leistungsstarke. Alle sollen in der Schule bekommen, was sie brauchen. Auch die Alterspolitik wird ganz wichtig sein. Da muss die Gemeinde mehr machen und in die Zukunft blicken. Und: Wir haben über 20'000 Arbeitsplätze in Köniz. Ich will mit den KMU reden, so dass wir attraktiv bleiben und neue Unternehmen hinzukommen.»
Thomas Brönnimann (GLP)«In vier Jahren soll Köniz die Finanzen saniert haben. Die Ortsplanungsrevision soll ermöglichen, dass sich Köniz urban entwickeln kann. Gleichzeitig soll das Ländliche so bleiben wie es ist: Kulturland und Naturlandschaften bleiben geschützt. Köniz soll so attraktiv bleiben wie heute und wir sparen uns nicht kaputt.»

Im ersten Wahlgang am 24. September hatte niemand das absolute Mehr für das Gemeindepräsidium erreicht. Am meisten Stimmen holte Annemarie Berlinger (3'511), gefolgt von Hans-Peter Kohler (2'546). Thomas Brönnimann erhielt im ersten Wahlgang 1'695 Stimmen.

Aus dem Rennen genommen haben sich Christian Burren (SVP) zugunsten seines Bündnispartners von der FDP, sowie Hansueli Pestalozzi (Grüne) zugunsten seiner Bündnispartnerin von der SP. Thomas Frey von der BDP konnte für den zweiten Wahlgang nicht antreten, weil er nicht in den Gemeinderat gewählt wurde.

Im zweiten Wahlgang am 22. Oktober ist gewählt, wer am meisten Stimmen erhält.

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