FCZ besiegt den «Heim-Fluch» gegen FCB

Der FC Zürich ist gegen den FC Basel zum 1. Heimsieg seit sechseinhalb Jahren gekommen. Der Stadtklub bezwang den Leader verdient dank zweier später Treffer mit 3:1.

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Highlights FCZ - FCB («sportlive»)

5:12 min, vom 8.5.2013

Lange hatte der FCZ vergeblich versucht, den Ball am mehrmals glänzend reagierenden FCB-Hüter Yann Sommer vorbeizubringen. Doch dann erlöste Milan Gajic 20 Minuten vor Schluss die Mehrheit der 14’000 Zuschauer im Letzigrund: Der Serbe traf mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze zum überfälligen Ausgleich.

Doch es sollte erst der Anfang eines FCZ-Schlussfeuerwerks sein. In Minute 87 schlenzte der eingewechselte Marco Schönbächler den Ball zum vielumjubelten 2:1 in die Maschen. Als Basel in den Schlusssekunden alles nach vorne warf, traf Joker Pedro Henrique zum 3:1-Endstand ins von Sommer verlassene FCB-Tor.

Stocker bringt den FCB in Führung

Zuvor war der FC Basel bereits in der 8. Minute in Führung gegangen: Marco Streller nutzte den freien Raum, den ihm die aufgerückte FCZ-Abwehr zugestand und bediente Valentin Stocker mustergültig. Der Nationalspieler vollendete souverän alleinstehend vor FCZ-Hüter David da Costa.

Der Treffer war die logische Folge einer Startphase, die der FCB fast nach Belieben dominierte. Doch nach dem frühen Schock des 0:1 rissen die Zürcher das Spieldiktat nach und nach an sich. «Nach 20 Minuten hörten wir auf, Fussball zu spielen und gingen nicht mehr in die Zweikämpfe», gab ein zerknirschter FCB-Trainer Murat Yakin nach der Partie zu Protokoll.

So kam Zürich vor allem durch Stürmer Josip Drmic zu hervorragenden Ausgleichsmöglichkeiten: Innerhalb nur zweier Zeigerumdrehungen scheiterte der Schweiz-Kroate zuerst alleine vor FCB-Keeper Yann Sommer, bevor er eine Direktabnahme aus nächster Nähe neben das Tor setzte. In der Halbzeitpause betonte Drmic: «Ich rege mich fürchterlich über solche Aktionen auf und hoffe, es in Halbzeit 2 besser zu machen.»

FCZ auch nach der Pause mit Grosschancen

Doch dem 20-Jährigen klebte das Pech auch in der Folge an den Schuhen, indem er den Ball nach einer guten Stunde über das Tor schlenzte. Auch sein Sturmpartner Amine Chermiti liess etliche Topchancen aus, allen voran in der 25. Minute, als er es mit einem Fallrückzieher versuchte, anstatt den Ball freistehend anzunehmen. Die grösste Möglichkeit zum Ausgleich hatte jedoch Chermitis Landsmann Yassine Chikhaoui, als er 2 Minuten vor Gajics 1:1 völlig alleinstehend an Sommer scheiterte.

Zürich legte in der Folge jene Effizienz an den Tag, die es in den ersten 70 Minuten hatte vermissen lassen und spielte mit deutlich mehr «Feuer». Dieses hatte laut FCZ-Trainer Urs Meier vor allem in Halbzeit 1 noch gefehlt. So kamen die Zürcher zum 1. Heimsieg gegen Basel seit sechseinhalb Jahren und festigen den 5. Rang, der zur Qualifikation für die Europa League berechtigen dürfte. Leader Basel seinerseits hat es verpasst, die Grasshoppers bereits auf 6 Punkte zu distanzieren.