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150 Jahre Spital Surselva Am Anfang stand der bettelnde Pater

Vor 150 Jahren wurde das Spital in Ilanz eröffnet. Anlässlich des Jubiläums hat der einheimische Historiker Manfred Veraguth, im Auftrag des Spitals, die bewegte Geschichte der Institution aufgearbeitet.

SRF News: Hat sie bei ihren Recherchen zum Spital Ilanz etwas überrascht?

Manfred Veraguth: Überrscht hatte mich, dass im Spital Ilanz tatsächlich noch die Originalpläne des Spitlabaus aus dem Jahre 1913 vorhanden waren.

Der Spitalbau 1913, das war nicht das Ursprungsspital, machen wir einen Zeitsprung ins Jahr 1868. Gegründet hatte das Spital nicht die Region, sondern eine Einzelperson, Johann Fidel Depuoz, was hat ihn angetrieben?

Er war eine spezielle Persönlichkeit, er war Jesuitenpater und wollte schon immer etwas für die Region machen, das war eine Herzensangelegenheit für ihn. Man nannte ihn auch Caritasapostel des Bündner Oberlands.

Er war eine spezielle Persönlichkeit

Weiss man woher er diese caritative Ader hatte?

Das ist aus der Distanz schwierig zu sagen es war aber so, dass er auch im Ausland in Krisengebieten unterwegs war. Möglicherweise hatte er dort viel Leid gesehen und sich als gläubiger Mensch gesagt, da müsse man doch helfen. Speziell ist, dass er nie seine Heimat vergessen hatte. Er hätte ja auch sonst irgendwo etwas bewegen können.

Wie kam Johann Fidel Depoz zu Geld für das Spital?

Er sammelte für seine Idee. Es zog ihn dabei bis nach St. Gallen. Es gibt einen Brief in dem er davon schreibt, wie er von Haus zu Haus gezogen ist, um Geld zu sammeln. Auch in der Region hatte er Geld gesammelt. Letztlich hatte er dann auch sein Vermögen seinem Werk vermacht.

Es gibt einen Brief in dem er davon schreibt, wie er von Haus zu Haus gezogen ist, um Geld zu sammeln

Lange wurde das Spital von Dominikanerinnen betrieben. Erst spät wurde aus dem privaten Spital eine von der Region getragene Einrichtung. Die Institution wurde mehrmals umgebaut und neu organisiert, heute ist das ganze eine Aktiengesellschaft. War der Weg bis hierhin beschwerlich?

Es war sicher ein langer Weg. Wenn man sich die Geschichte vor Augen führt, dann ist das eine grosse Leistung, dass das Spital 150 Jahre überlebt hat. Nun ist das Spital auf einem guten Weg, nochmals so lange bestehen zu bleiben.

Das Gespräch führte: Silvio Liechti

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