99 Tage: Bilanz und Vision des neuen Regierungsrats

Am 1. Januar hat der Bündner BDP Regierungsrat Jon Domenic Parolini das Zepter im Departement für Volkswirtschaft und Soziales übernommen. Die ersten 99 Tage im Amt waren vor allem vom Euro-Schock im Tourismus geprägt.

«Die Touristiker sind jetzt gefordert», sagt Jon Domenic Parolini im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Die gesprochenen 500‘000 Franken vom Kanton zur Unterstützung des Marketings würden erst fliessen, wenn die Touristiker ihre Hausaufgaben gemacht hätten, sagt Parolini. Für die zusätzlichen Gelder für Werbung in der Schweiz müssen die Destinationen nochmals den gleichen Beitrag beisteuern.

«  Meine Mitarbeiter haben einen riesigen Wissensvorsprung. Ich beabsichtige nicht, jemanden auszuwechseln. »

Staat verschlanken

Parolini hat seinen Amtsleitern den Auftrag erteilt, dass sie alle Gesetze, Vorschriften und Vorgänge durchleuchten und Ideen einbringen, um Abläufe und Verfahren effizienter und einfacher zu machen. Diese Verschlankung soll dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln.

Für Parolini ist das wichtigste anstehende Geschäft die Totalrevision des Wirtschaftsentwicklungsgesetzes. Dabei will er die Rahmenbedingungen noch weiter verbessern besonders für dezentrale Gebiete. Punktuell soll da auch die Wirtschaftsförderung des Kantons verstärkt eingreifen.

«  Langsam habe ich einen Überblick über alle Ämter und Geschäfte. »

Eigene Schwerpunkte

Parolini muss viele bereits vorbereitete Geschäfte übernehmen und zu Ende führen. Dazu will er die Bildung und Ausbildung der Jungen sowie die Weiterbildung der Erwachsenen so fördern, dass sie noch mehr der einheimischen Wirtschaft zu Gute kommen.

Konkret will er auch die HTW stärken, um den besonderen Bedürfnissen der Bündner Wirtschaft entgegen zu kommen. Die Fremdspracheninitiative mit der Forderung, Englisch als erste Fremdsprache zu unterrichten, lehnt er ab. Wenn, müsste die Frage auf nationaler Ebene angegangen werden.

«  Englisch wird so oder so schnell erlernt. »

Zeit zum Denken

Der neue Regierungsrat will sich in seinem Amt aber auch Zeit nehmen, um zurückzulehnen und strategisch zu denken. Das sei, nebst der vielen täglichen Arbeit, ein ganz wichtiger Punkt. Als Regierungsrat müssen man auch Gedanken «spinnen und weiterdrehen».