Rätoromanische Tageszeitung Appell der Leser für «La Quotidiana»

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Bildlegende: Die Leser wehren sich für ihre Zeitung «La Quotidiana». SRF / Marc Melcher

Die Zukunft der rätoromanischen Tageszeitung «La Quotidiana» ist seit Monaten ungewiss. Der Bündner Verlag Somedia will das Blatt nur noch bis Ende Jahr herausgeben, weil es sich um ein Verlustgeschäft handle.

Jetzt melden sich Leser und Leserinnen zu Wort: Sie haben eine Online-Petition lanciert und sammeln seit rund 10 Tagen Unterschriften für eine Zukunft des Blatts. Dieser Appell sei ein «moralischer Aufruf», um damit das Bewusstsein zu stärken, wie wichtig eine rätoromanische Tageszeitung sei, sagt Mitinitiant Hans Caprez. Auch wolle man dem Chefredaktor Martin Cabalzar, dem bereits vorsorglich gekündigt wurde, den Rücken stärken.

Knapp 1400 Personen haben den Appell bisher unterschrieben, der sich einerseits an die Sprachenorganisation Lia Rumantscha, Kanton und Bund richtet, «ihren Anteil am ‹Projekt Quotidiana› zu übernehmen». Weiter heisst es in einer Mitteilung aber auch, dass die Romanen selber verantwortlich seien für die Zukunft ihrer Zeitung. Sprich, sie sollten nicht nur unterschreiben, sondern auch ein Abo kaufen.

Einige Dutzend neue Abonnenten

Aktuell zählt das Blatt rund 4000 Abonnenten. Dank des Aufrufs seien 24 Jahresabos dazugekommen, dazu sieben Schnupperabos, sagt auf Anfrage Chefredaktor Martin Cabalzar.

«  In erster Linie sind aber wir Romanischsprachigen selber für die Zukunft der Zeitung verantwortlich. »

Gruppe proquotidiana.ch

Das ist zwar ein erster Erfolg, retten wird es die Tageszeitung aber nicht. Die Sprachenorganisation Lia Rumantscha arbeitet aktuell an einer Lösung, um die Finanzierung mindestens für ein weiteres Jahr sicherzustellen - um so auch Zeit zu gewinnen, um eine mögliche Zukunft der einzigen rätoromanischen Zeitung planen zu können.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs

Die Initianten des Appells

Zu den Initianten gehören neben Hans Caprez auch der ehemalige RTR-Direktor Bernard Cathomas, Ex-Bundesrichter Giusep Nay, Journalistin Maria Cadruvi und Informatiker Gion-Andri Cantieni.