Forschung in Graubünden «Auch in der Peripherie kann man am Puls der Zeit forschen»

Nach acht Jahren tritt Marius Risi als Leiter des Instituts für Kulturforschung Graubünden ab. Im Gespräch blickt er zurück auf die Projekte der vergangenen acht Jahre und wieso kulturwissenschaftliche Forschung in Graubünden im Resten der Schweiz auf Erstaunen stösst.

Von Jürg Jenatsch bis zum Churer Dialekt, von Migration bis zur NSDAP: Das Institut für Kulturforschung Graubünden forscht seit bald 20 Jahren zur Bündner Geschichte und Kultur. Der 44-jährige Marius Risi leitete das Institut seit 2009. Ende April wechselt er in den Kanton Obwalden als Leiter des Amts für Kultur und Sport.

«  Bücher sind unser Hauptprodukt nach einem langen Forschungsprozess. »

Marius Risi
Abtretender Leiter Institut für Kulturforschung Graubünden

In den vergangenen acht Jahren war das Institut (Mit-)Herausgeber von über 40 Büchern. Eine Zahl, die Marius Risi selber erstaunt. Sie zeige aber, was alles in den vergangenen Jahren entstanden sei: «Die Bücher sind unser Hauptprodukt nach einem langen Forschungsprozess».

Der Blick auf die Publikationsliste zeigt ein breites Spektrum von historischen Forschungen wie zu Jürg Jenatsch («Jenatschs Axt», 2011) oder der Geschichte der nationalsozialistischen Partei in Graubünden («Die NSDAP unter dem Alpenfirn», 2016).

Nach acht Jahren zieht der abtretende Leiter des Instituts für Kulturforschung eine positive Bilanz: «Ich bin stolz auf die Reaktionen ausserhalb von Graubünden. Das Staunen ist dann immer gross, dass solche Forschungen hier möglich sind.» Die Reaktionen würden zeigen, dass auch der ländliche Raum in der Schweiz in der Forschung eine Rolle spielen könne.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17.30 Uhr

Das Institut

Das Bündner Institut für Kulturforschung forscht zu sozial- und kulturwissenschaftlichen Themen in Graubünden oder dem Alpenraum. Es wurde 1990 zuerst als Geschäfts- und Forschungsstelle eröffnet und 2002 in eine eigenständige Institution überführt. Kanton und Bund unterstützen es zusammen jährlich mit einer Million Franken.