Auftragseinbruch in Bündner Bauwirtschaft

In Graubünden werden weniger Wohnungen gebaut. Die Zweitwohnungsinitiative wirkt sich au die Bauwirtschaft aus. Letztes Jahr sind die Aufträge um ein Fünftel eingegangen, das heisst effektiv sind gut 8% weniger Wohnungen gebaut worden.

Blick durch einen Bauzaun auf eine Baustellen in Flims.

Bildlegende: Wohnungsbau in Flims: In der Bündner Bauwirtschaft gingen die Aufträge zurück. Keystone

18,9 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahr registrierte der Bündner Baumeisterverband letztes Jahr im Wohnungsbau. Korrigierend griff die öffentliche Hand ein. Die hohen Investitionen von Bund, Kanton und Rhätischer Bahn führten dazu, dass die Auftragseingänge im Tiefbau auf dem Stand des Vorjahres blieben, respektive mit 0,3 Prozent ein leichtes Plus verzeichneten. Insgesamt schrumpften die Auftragseingänge im letzten Jahr wegen des Einbruchs im Wohnungsbau um 6,8 Prozent auf 920 Millionen Franken, wie es in einer Mitteilung heisst.

Milliarde in «kaum mehr erreichbarer Ferne»

Effektiv gebaut wurde im vergangenen Jahr für 936 Millionen Franken. Der Wert liegt um 2,2 Prozent unter jenem des Vorjahres. Die Grenze von einer Milliarde Franken, welche 2011 übertroffen worden sei, «rückt zunehmend in kaum mehr erreichbare Ferne». Beim realisierten Bauvolumen zeigt sich das gleiche Bild wie bei den Auftragseingängen: Im Wohnungsbau wurden 314 Millionen Franken verbaut oder 8,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Im übrigen Hochbau sank die Produktion nur um 1,5 Prozent auf 110 Millionen Franken.

Wiederum sorgten die Investitionen im Tiefbau für Stabilität. Das Bauvolumen belief sich auf 511 Millionen Franken und übertraf das letztjährige um 1,6 Prozent. Die Kontinuität der Investitionspolitik der öffentlichen Hand, namentlich des Kantons, behalte seine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung, so der Baumeisterverband.

«Trügerisch positiv»

Eine baldige Änderung der Verhältnisse zeichnet sich nicht ab. Die Arbeitsvorräte Ende letzten Jahres weisen mit einem Plus von 4,5 Prozent laut Baumeisterverband einen «trügerischen positiven Bestand» aus. Trügerisch deshalb, weil die Zunahme allein auf den Tiefbau entfällt. Im Wohnungsbau schrumpften die Vorräte um über 13 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten erhebt der Verband jeweils auf Mitte des Jahres. Sie blieb per Ende Juni 2015 mit 4937 Beschäftigten praktisch konstant im Vergleich zum Vorjahr.