Bauboom in einzelnen Gemeinden wegen Zweitwohnungsinitiative

Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative nahm die Zahl der Baugesuche in Graubünden deutlich zu. Eine Umfrage der Sendung «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF1 weist nun darauf hin: Über den ganzen Kanton wird mehr gebaut, einen Bauboom erleben aber nur einzelne Tourismusgemeinden.

Zweitwohnungsbau in Arosa.

Bildlegende: Der Bau von Zweitwohnungen - so wie hier in Arosa - spaltet die Bevölkerung. Keystone

Wieviele Bauprojekte für Ferienwohnungen sind in Ihrer Gemeinde 2012 noch bewilligt worden? Diese und weitere Fragen stellte das «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF1 allen 158 Bündner Gemeinden.

Ziel war eine solide Datenbasis um abschätzen zu können, ob Graubünden einen Zweitwohnungs-Bauboom nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative erlebt. Geantwortet haben nach zweimaliger Anfrage nur knapp die Hälfte, nämlich 70 Gemeinden.

Ein Viertel mehr Baubewilligungen

Die Daten geben erste Hinweise auf die Entwicklung in Graubünden. So wurden im Vergleich zum Vorjahr 2011 ein Viertel mehr Bauprojekte bewilligt. Das ist wenig im Vergleich zu den eingereichten Baugesuchen.

Einen Teil der Projekte verhinderten Einsprachen von Privaten oder der Umweltschutzorganisation «Helvetia Nostra». Hinzu haben mehrere Gemeinden Planungszonen erlassen oder bereits ihre Kontingente für 2012 ausgeschöpft, darunter Klosters oder Davos.

Bauboom-Gemeinden

Nochmals viele neue Ferienwohnungen entstehen unter anderem in Arosa. 17 Baugesuche wurden dort bewilligt, im Vorjahr war es knapp die Hälfte, nämlich 9.

Auch Laax baut nochmals Zweitwohnungen, hier wurden 22 Projekte bewilligt, im Vorjahr waren es ein Drittel, nämlich 7. Schliesslich kam es auch in Scuol zu einer Verdreifachung der Bewilligungen. Bei 18 Projekten werden insgesamt 81 Ferienwohnungen gebaut.