15'000 Tonnen Abfall jährlich Bauern sollen ihre Siloballenfolien rezyklieren statt verbrennen

Heute ist es finanziell günstiger, die Folien wegzuwerfen statt zu sammeln. Ein Projekt in Graubünden will das ändern.

Schön sind sie nicht, die Siloballen, aber praktisch. Deshalb haben sie sich in der Schweiz seit Mitte der Achtzigerjahre überall durchgesetzt. Alleine in Graubünden werden jährlich rund 250'000 Siloballen produziert. Übrig bleiben 500 Tonnen Silofolien. Der grösste Teil dieses Plastiks landet im Abfall, wird verbrannt und produziert so grosse Mengen CO2.

Beim Bündner Maschinenring, welcher sich für Anliegen der Bauern einsetzt, hat man reagiert. Zusammen mit einer Transport- und Recyclingfirma werden die Folien bei den Bauern eingesammelt. Das Material wird später von einer Spezialfirma wiederverwertet. Aus den gebrauchten Folien entsteht Kunststoffgranulat. Daraus werden beispielsweise Bodenrohre für Glasfasern hergestellt.

Falsche Preispolitik für den Schweizer Bauernverband

Ähnliche Projekte wie in Graubünden laufen in verschiedenen Kantonen der Schweiz. Und auch der Schweizerische Bauernverband engagiert sich. Trotzdem liegt die Recycling-Quote schweizweit bei knappen 10 Prozent. Schuld sind die Preise. Die Bauern zahlen mehr für die Recylinggebühr wie für die herkömmliche Entsorgung in den Kehrichtverbrennungsanlagen.

Für Fabienne Thomas, Fachexpertin für Energie und Klima beim Schweizerischen Bauernverband, ist klar: «Wir müssen politisch aktiv werden». Die Preise für die Verbrennung müssten steigen, damit es sich für die Bauern finanziell lohne, die Siloballenfolien an eine Recyclingfirma zu geben.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17.30 Uhr; haus