Baunachfrage erreicht in Graubünden den Zenit

In Graubünden ist erstmals seit 2007 die Zahl der Beschäftigten auf dem Bau unter 5000 gefallen. Das ist ein Rückgang um sechs Prozent verglichen mit der gleichen Periode im Vorjahr.

Presslufthammer vor Baustelle

Bildlegende: Die Bündner Baubranche beschäftigt weniger als 5000 Mitarbeitende, ein Tiefststand seit 2007. Keystone

Im ersten Semesters des laufenden Jahres ist in Graubünden die Zahl der Beschäftigten erstmals seit 2007 unter die Schwelle von 5000 gesunken; die Baunachfrage überschritt in der Einschätzung des Baumeisterverbandes den Zenit. Der Rückgang zur Jahresmitte im Vergleich zum Vorjahr betrug sechs Prozent. Das bedeutet, dass das Bauhauptgewerbe Ende Juni 4735 Personen beschäftigte.

Der Graubündnerische Baumeisterverband teilte am Donnerstag mit, die Unternehmungen reagierten mit dem Personalabbau offensichtlich auf Unsicherheiten des Zweitwohnungsstopps. Zudem würden bei Nachfragespitzen vermehrt Kurzaufenthalter oder Temporärkräfte herangezogen.

Weniger Tiefbau, mehr Hochbau

Wie der Graubündnerische Baumeisterverband weiter bekannt gab, wurden im ersten Semester 340 Millionen Franken verbaut. Das sind 1,7 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Zurückgegangen ist das Volumen insbesondere im Tiefbau, während die Produktion im Hochbau zulegte.

Die Auftragseingänge in den ersten sechs Monaten liegen auf dem Vorjahreswert. Das Gesamtvolumen an Aufträgen beläuft sich auf 570 Millionen Franken. Als erfreulich bezeichnet der Baumeisterverband die Situation im gewerblich-industriellen Hochbau, der mit eingegangenen Aufträgen in der Höhe von 104 Millionen Franken ein Plus von 21 Prozent verzeichnete.

Die Arbeitssvorräte Mitte Jahr erreichten 466 Millionen Franken. Dieser Wert liegt knapp ein Prozent unter jenem des Vorjahres. Die Vorräte im Tiefbau und Wohnungsbau sind leicht unter dem Vorjahresniveau, im Hochbau deutlich darüber.