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Graubünden Bergkantone wollen vermehrt selbst bestimmen

«Wir wollen bei jedem Geschäft, das unsere Region betrifft, Einfluss nehmen können», sagte Mario Cavigelli, Präsident der Regierungskonferenz der Gebirgskantone. Der Bund gelange immer wieder mit umstrittenen Vorhaben an die Gebirgskantone. Deshalb ergreifen sie nun die Offensive.

Zwei Steinböcke auf dem Gebirge
Legende: Gebirgskantone wollen mehr sein als eine Feriendestination oder bekannt für ihre Natur. Kanton Graubünden

Auch zweieinhalb Jahre nach dem Ja zur Zweitwohnungsinitiative leiden die Bergkantone an den Folgen. Dies sei aber nur ein Vorhaben, bei dem die Bergkantone nicht involviert gewesen seien. Der Bündner Regierungspräsident Mario Cavigelli sprach von weiteren «zentralistischen, bürotischgesteuerten Vorhaben», die von den Bundesbehörden einseitig beschlossen worden seien. Als Beispiel nannte er die vom Bund verlangten Standortentscheide zu Wind- und Solarkraftwerken. Solche Projekte würden oft lanciert, ohne die Konsequenzen für den Alpenraum zu berücksichtigen

Wir wollen ernst genommen werden, wir wollen, dass man uns etwas zutraut. Wir wollen und müssen uns nicht bevormunden lassen.
Autor: Mario CavigelliPräsident der Regierungskonferenz der Bergkantone

Die Forderungen der sieben Gebirgskantone kommen nicht von ungefähr. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Alpenraums grundlegend verändert. «Viele Arbeitsplätze haben sich aufgelöst oder sind in die Agglomerationen verschoben worden», sagte Cavigelli. Die Folgen seien frappant: eine signifikante Abwanderung der Jungen, eine Überalterung der Bergbevölkerung. Zudem habe der Verteilkampf zwischen dem Mittelland und dem Alpenraum zugenommen.

Um diesen Risiken in Zukunft entgegenzuwirken, haben die Gebirgskantone ein neues Positionspapier vorgestellt. Es konkretisiere das Raumkonzept Schweiz für die alpin geprägten Räume, sagte Cavigelli. Zudem trage es den Herausforderungen der Bergkantone - Globalisierung, Mobilität, Landflucht oder Klimawandel - Rechnung.

Spagat zwischen Nützen und Schützen

Oft vergesse ein Teil der Bevölkerung, dass der Alpenraum nicht nur ein Erholungsgebiet, sondern auch ein Wirtschafts-, Lebens- und Kulturraum sei, sagte Cavigelli. «Wir dürfen den Anschluss an die schweizerischen Zentren nicht verlieren.» Deshalb müssten neben der touristischen «Kernkompetenz» auch ökonomische Ressourcen ausgeschöpft werden.

Konkret sollen etwa die Wasserkraftnutzung ausgebaut oder die Verkehrs- und Telekommunikationswege verbessert werden. Dies solle nicht ohne Rücksicht auf die Umwelt geschehen, versicherte Cavigelli: Auch die Bergkantone seien interessiert daran, ihre Region zu schützen. Um die Situation in den Bergkantonen verbessern zu können, bräuchten sie «in prioritären Gebieten» mehr Freiheiten und weniger Einschränkungen. Ob dazu gesetzliche Anpassungen nötig wären, liessen die Vertreter der Alpenkantone Tessin, Uri, Wallis, Graubünden, Glarus, Obwalden und Nidwalden offen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Wittwer, Thun
    Teil 1: Wir wissen jetzt und wissen es seit Jahrhunderten, dass freie Wölfe, die Futter brauchen und dabei sind, sich an Menschen zu gewöhnen, schließlich beginnen werden, die Menschen als alternative Beute zu erkunden. Unter solchen Umständen ist ein Angriff eines einsamen Wolfes sehr gefährlich, sogar für einen athletischen Mann, während die Attacke eines Rudels absolut tödlich ist.
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  • Kommentar von Peter Wittwer, Thun
    Teil 2: Es muss wieder und wieder hervorgehoben werden, dass Wölfe, die sich an uns gewöhnen, nicht anders handeln können! Sie sind in ihrem Verhalten durch Instinkte gezwungen, was ihnen sehr gut für Millionen Jahren diente.
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