Bischof Vitus Huonder bleibt unversöhnlich

Die Unterzeichner der Pfarreiinitiative sollten ihren Seelsorgeauftrag zurückgeben, schreibt Bischof Huonder in einem am Sonntag veröffentlichten Brief. Sie müssten sich «letztlich entscheiden».

Bischof Vitus Huonder

Bildlegende: Der Churer Bischof Vitus Huonder lehnt die Pfarreiinitiative ab. Keystone

Die Pfarreiinitiative bringe Haltungen zum Ausdruck, die mit «dem Glauben und mit der geltenden Ordnung der katholischen Kirche nicht vereinbar» seien, schreibt Bischof Huonder im Brief. Den Unterzeichnern legt er nahe, den vom Bischof verliehenen Seelsorgeauftrag zurück zu geben.

Er könne niemandem verbieten eigene Wege zu gehen, «aber dann bitte nicht unter dem Deckmantel einer kirchlichen Misso (Sendung) und unter dem Schutzschild einer davon abhängenden zivilrechtlichen Anstellung».

Ob der Bischof den Unterzeichnern den Seelsorgeauftrag aktiv entziehen wird, lässt der Brief offen. Weitere Erläuterungen zum Text lehne der Bischof ab, sagte dessen Sprecher am Sonntag gegenüber «Regionaljournal Ostschweiz».

Die Pfarrei-Initiative Schweiz wurde im September 2012 lanciert. Sie benennt einiges als «selbstverständliche Praxis», was zum kirchlichen Ungehorsam führt. Dazu gehören das Austeilen der Kommunion an Christen anderer Konfessionen, an wiederverheiratete Geschiedene oder das Predigen im Gottesdienst durch theologisch ausgebildete Frauen und Männer. 525 Seelsorgende in der Schweiz haben diese Initiative bisher unterschrieben.