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Bistum Chur Domschatzmuseum auf Eis gelegt

Stopp: Das Bistum Chur führt die Vorarbeiten zum Aufbau eines Domschatzmuseums vorläufig nicht weiter. In einer Medienmitteilung begründet das Bistum dies mit dem Entscheid des Churer Parlaments. Der Gemeinderat lehnte letzte Woche einen Beitrag von 600'000 Franken an das Projekt hauchdünn ab.

Mariastatue vor dem Schloss
Legende: Im Churer Hof ist auch der Sitz des Bischofs Vitus Huonder. Keystone

Umstrittener Beitrag: Die Ablehnung erfolgte am Donnerstag letzter Woche im 21-köpfigen Churer Parlament mit nur einer Stimme Differenz. Der Beitrag von 600'000 Franken war aus mehreren Gründen umstritten: So stellt sich die FDP auf den Standpunkt, dass die gesetzliche Grundlage fehlt, auch wurde im Rat laut der Bündner Presse die Frage aufgeworfen, ob das Bistum diesen Betrag nicht selber übernehmen könne. Der Gemeinderat sagte in der gleichen Sitzung Ja zu einem jährlichen Betriebsbeitrag an das geplante Museum von 10'000 Franken.

Die Reaktion: Es respektiere den demokratischen Prozess, der zu diesem Entscheid geführt habe, teilte das Bistum heute mit. Der Entscheid stellt für das Bistum allerdings «die Glaubwürdigkeit des Projekts in Frage». Ohne volle Unterstützung der Standortgemeinde sei es für das Bistum fraglich, ob es «erhebliche Erstellungs- und spätere Betriebskosten» auf sich nehmen könne.

Auf Eis gelegt: Die laufenden Vorarbeiten für die Erstellung des Domschatzmuseums und das damit verbundene Fundraising-Projekt müssten deshalb sistiert werden, so das Bistum weiter. Die geschätzten Kosten für das Domschatzmuseum belaufen sich auf 7,8 Millionen Franken.

Domschatzmuseum

In Zukunft hätten die Kunstwerke des Churer Domschatzes im Bischöflichen Schloss ausgestellt werden sollen. Das Schloss wird aktuell saniert. Die Werke des Domschatzes waren Bestandteil der mittelalterlichen Ausstattung der Kathedrale und Klosterkirche St. Luzi. Im Museum wollte man auch den Churer Totentanz aus dem Jahre 1543 ausstellen. Diese sind seit bald 40 Jahren in Depoträumen gelagert und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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