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Graubünden Braunbär reisst Esel

Der in Graubünden eingewanderte Braunbär M25 hat erstmals die Region gewechselt: Das zwejährige Männchen verliess das Engadin und wanderte ins Südtal Puschlav. Dort riss es in der Nacht auf Montag bei Brusio einen Esel.

Legende: Video M25 reisst Esel abspielen. Laufzeit 2:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.05.2014.

M25 wurde vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei eindeutig als Täter identifiziert. Der getötete Esel befand sich mit fünf Artgenossen bei Brusio auf einer eingezäunten Weide, als der Bär zuschlug.

M25 war vorher vor allem durch das Engadin gestreift. Der Wechsel ins südliche Puschlav überrasche nihct, hiess es von Seiten des Amtes. Bären bewegten sich immer wieder in etwa auf den gleichen Routen.

Schon der letzte Einwanderer aus Italien, Bär M13, hatte sich aus dem Engadin in Richtung Puschlav verabschiedet. Und die Grossraubtiere sind schnell unterwegs: M25 schaffte etwa 60 Kilometer in zwei Tagen. Auf dem Weg in den Süden ging der Bär auf den Alpen an mehreren grossen Schafherden vorbei, ohne die Tiere zu beachten. Dabei hat das Grossraubtier in den letzten zwei Wochen in Graubünden mindestens 17 Schafe getötet.

Anders als beim Wolf, spielt die Anzahl der getöteten Nutztiere beim Bären keine Rolle. Bären verlieren erst dann ihren Status als geschützte Tiere, wenn sie dem Menschen zu nahe kommen.

Bärenparallelen

Der letzte Bär, der in Graubünden eingewandert war, Braunbär M13, hatte ebenfalls das Puschlav besucht und dort eine trächtige Eselin gerissen. Jagdinspektor Georg Brosi sagte damals, das sei nichts Aussergewöhnliches. Esel gehörten genauso wie Schafe ins Beutespektrum von Bären.

Ansonsten lassen sich M13 und M25 laut dem Jagdinspektor nicht direkt miteinander vergleichen. M25 sei «auffällig in der Nutzung von Nutztieren», sagte der Jagdinspektor. Gegenüber Personen sei er aber relativ scheu. Diese Scheu war bei M13 nicht mehr vorhanden, weshalb ihn die Wildhut im Februar letzten Jahres zur Strecke brachte.

M13 war im Puschlav zum Risiko für Menschen geworden, er hatte sich sein Futter zu oft in Siedlungen gesucht. Dieses Jahr sei das Puschlav besser auf den Bären vorbereitet. Es seien gute Konzepte entwickelt worden zur Abfallbewirtschaftung und für die Landwirtschaft. Jetzt gehe es darum, diese Konzepte schnell umzusetzen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Ursus Baer, Graubünden
    Hoffentlich sind nun auch die falschen Annahmen verschwunden, dass man Esel und Lamas für den Herdenschutz einsetzen kann!! In den Ostländern (das sind Praktiker und nicht Studierte!) hat man seit jeher Herdenschutzhunde und dort funktioniert es bestens, ausserhalb der Dörfer wie auch auf den Bergen. Daher Herdenschutz mit Hirte und Herdenschutz- und Hütehunden. Sogar Schulkinder hüten dort die Schafe alleine mit HSH auf den Bergen während der Schulferien. Es ist noch keines gefressen worden!
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    1. Antwort von Ernesto von der Weide, Berggebiet
      Lieber Ursus, in der Schweiz wird der Herdenschutz mit HSH seit Jahren auf eine Art durchgeführt, die nicht funktionieren kann. Je länger je weniger Leute wollen deshalb keinen Herdenschutz mit Hunden mehr. Aus dieser "Not" haben sogenannte Fachleute dann die absurde Alternative mit Eseln/Lamas (beides Fluchttiere!) erfunden. Man streut damit den Leuten Sand in die Augen - Esel/Lamas bellen nicht, beissen nicht .... Fakt ist: Man will keinen Wolf, keinen Bär und keine HSH.
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  • Kommentar von Ursus Baer, Graubünden
    @rf: warum muss eigentlich immer der Mensch überlegen sein? Sooo gut sind wir Zweibeiner auch nicht, wir machen den Lebensraum für alle Lebewesen kaputt
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  • Kommentar von Markus Schwertimgsicht, Zu Hause
    Ók fassen wir mal zusammen der Mensch schlachtet mehrere MilliardenTiere pro Jahr und das kommentiert keine S... Ein Bär reisst einen Esel und es ist in allen zeitungen. Du schlimmer Bär du tztztztztz...
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