Bündner Gewerbeverband rechtfertigt zweite Olympiakandidatur

Der Bündner Gewerbeverband will die Kandidatur des Kantons Graubünden für die Olympischen Winterspiele 2022 neu lancieren. Der Verband begründet den erneuten Anlauf mit schlechten Wirtschaftsaussichten und dem Mangel an Kandidaturen. Die Reaktionen auf den Vorschlag sind geteilt.

Mann mit Olympia-Jacke.

Bildlegende: Geht es nach dem Gewerbeverband, soll die Olympia 2022 doch im Kanton Graubünden stattfinden. Keystone

Die Präsidentenkonferenz des Verbandes beschloss am Freitag, Olympia «eine zweite Chance zu geben», wie es in einer Mitteilung heisst. Eine entsprechende Resolution sei einstimmig angenommen worden.

«Düstere Aussichten für Wirtschaft»

Den erneuten Anlauf begründet der Gewerbeverband vor allem mit dem drohenden Einbruch, vor dem die Bündner Wirtschaft stehe. Als Grund für die düsteren Aussichten nennt der Verband unter anderem die Annahme der Zweitwohnungsinitiative, die der Baubranche zusetze.

Der Geschäftsführer des Gewerbeverbandes, Jürg Michel, verteidigt die Idee. «Unser Anliegen ist sicher ambitioniert. Aber es lohnt sich, die Kandidatur nochmals zu erwägen. Eine Zwängerei ist das nicht.»

Das Bündner Stimmvolk hatte der Kandidatur für die Winterspiele 2022 am 3. März 2013 eine Abfuhr erteilt - 52,7 Prozent der Stimmenden sprachen sich gegen Olympische Wettkämpfe in St. Moritz und Davos aus.