Bündner Hochjagd wird um vier Tage verlängert

Ab 2017 soll neben drei Wochen im September auch vier Tage im Oktober gejagt werden. Das entschied überraschend das Bündner Parlament. Damit setzte sich die Jagdlobby im Parlament durch. Sie will mit dieser Verlängerung Druck von der umstrittenen Sonderjagd nehmen.

Jäger

Bildlegende: Die Verlängerung der Hochjagd von 21 auf 25 Tagen nimmt eine der Forderungen der Sonderjagdsinitiative auf. Keystone

Christian Kasper ist FDP-Grossrat und Präsident der Jägerfraktion im Grossen Rat. Er hatte den Vorstoss eingereicht, die Jagd um vier Tage zu verlängern. «Warum nicht einfach einen Versuch starten!» rief der Politiker den Ratskolleginnen und -kollegen sowie der Regierung zu.

Ihm zur Seite stand Paolo Papa, BDP-Grossrat aus dem Calanca. Er forderte zusätzlich die Umsetzung bis 2017. Der Grosse Rat stimmte beiden Begehren mit 76:37 Stimmen zu. Die Verlängerung der Hochjagd von 21 auf 25 Tagen nimmt eine der Forderungen der Sonderjagdsinitiative auf. Ziel ist es, mit den zusätzlichen Abschüssen im Herbst die umstrittene Sonderjagd zu verkürzen.

Die Bündner Regierung hatte sich bereits im Vorfeld bereit erklärt, die Jagd zu verlängern, wollte jedoch nichts von einem fixen Einführungspunkt wissen. Dies auch wegen der Sonderjagdsinitiative, die zurzeit vor Verwaltungsgericht hängig ist. Die Regierung erhofft sich Antworten vom Gericht, inwiefern sich das Bündner Jagdsystem überhaupt anpassen lässt. Das Parlament wollte jedoch nicht warten. Nun muss das Jagdgesetz angepasst werden.